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20. November 2009 18:54 Uhr

Finanzskandal

Kreditkartenbetrüger räumen Konto in Freiburg leer

Finanzinstitute in der Region tauschen massenhaft Kreditkarten aus. Denn im aktuellen Kreditkartenskandal gibt es auch in Südbaden und Freiburg Opfer. In einem Fall fehlten Tausende Euro.

  1. Kreditkarten werden als Zahlungsmittel immer beliebter. Das ist nicht ohne Riskio, wie die aktuellen Betrugsfälle zeigen. Foto: dpa-infografik GmbH

  2. Derzeit werden in Deutschland und Südbaden Kreditkarten en gros ausgetauscht. Foto: dpa-Zentralbild

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Für eine Leserin der Badischen Zeitung kommt das zu spät, bei ihr wurden im November über 9000 Euro abgebucht. Die Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau hat ihr zugesagt, den Schaden voll zu ersetzen. Offenbar haben die Mastercard-Sicherungssysteme versagt: Am 6. November hat ein Forex Club Financial C, auf Staten Island (USA) neunmal das Mastercard-Konto der Leserin belastet. Sechsmal mit 1023,30 Dollar (689,72 Euro), dreimal mit deutlich höheren Beträgen. Am 7. November holten sich Kriminelle in Riga unter dem Firmennamen Marketwatch dreimal Geld vom selben Konto, zweimal 500 Dollar, einmal 100 Dollar. Insgesamt waren das 9100,70 Euro.

Sparkasse ersetzt Schaden

Das Geld wurde vom Girokonto abgebucht, das Konto der Frau ist nun deutlich im Minus. Die Sparkasse hat nun ihren Kreditrahmen erhöht, damit die laufenden Kosten von dem Konto abgebucht werden können. Außerdem wurde der Frau zugesagt, den gesamten Schaden ersetzt zu bekommen, inklusive der Zinsen für das Überziehen des Kontos.

Stefan Marotzke vom Deutschen Sparkassenverband, der am Donnerstag mit der Aussage zitiert worden war, dass es keine Schadensfälle gegeben habe, sagte, als er am Freitag mit dem Freiburger Fall konfrontiert wurde, es sei absolut unverständlich, dass hier die Alarmglocken nicht geschrillt hätten. Dass hier Betrug vorliege, sei offensichtlich.

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Ob dieser Fall nun mit dem spanischen Kreditkarten-Dienstleister zu tun hat, ist unklar. Eine Sprecherin der Sparkasse bestätigte am Freitag, die Kunden würden für Schäden aus solchen betrügerischen Vorfällen nicht haften. Unabhängig davon würden die üblichen Vorsichtsmaßnahmen beim Umgang mit Kreditkarten gelten. Und: "Wir empfehlen, regelmäßig die Kontoauszüge zu kontrollieren und Fehler sofort zu reklamieren."

Kartentausch in ganz Südbaden

Sprecher der Sparkassen in Offenburg und Lörrach/Rheinfelden sagten, ihnen seien keine Schadensfälle bekannt. Gefährdete Kreditkarten von Visa und Mastercard würden ausgetauscht. In Lörrach 400, in der Ortenau "einige hundert". Die Kunden seien angeschrieben worden. Die Volksbank Freiburg hat 550 Karten ausgetauscht. "Präventiv" heißt es. Hier ist man genau so sauer auf die beiden US-Kreditkartenunternehmen wie bei den Verbänden der Banken. Diese seien auch gegenüber den Kreditinstituten sehr zurückhaltend mit Informationen.

Nico Reinhold von der Deutschen Bank bestätigte, dass auch sein Institut Kreditkarten ausgetauscht habe. Wie viele, wollte er nicht sagen, jedoch "mehr als üblich". Dabei sprach er für die gesamte Bank, regionale Zahlen gebe es nicht.

Ausgetauscht werden derzeit in erster Linie Kreditkarten, für die Abrechnungen bei einem spanischen Dienstleister vorgenommen worden sind. Dafür müsse man nicht in Spanien gewesen sein, hieß es. Auch Unternehmen in Deutschland würden über die spanische Firma abrechnen.

 

Autor: Klaus Rütschlin