Andreas Kern möchte unterstützen, wo Hilfe gebraucht wird

Susanne Müller

Von Susanne Müller

Di, 12. Dezember 2017

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Der neue Bildungsreferent des Kreisjugendrings stellt sich in den kommenden Wochen bei verschiedenen Jugendorganisationen im Landkreis vor.

BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD. Die Jugend im Kreis hat eine neue Lobby, genauer: Der Kreisjugendring (KJR) hat einen Bildungsreferenten eingestellt. Seit Oktober bekleidet Andreas Kern den neuen Posten als hauptamtlicher Bildungsreferent des Kreisjugendrings Breisgau-Hochschwarzwald in einer vom Kreis finanzierten 50-Prozent-Stelle. Schwerpunkt seiner Arbeit soll die Stärkung der verbandlichen Jugendarbeit sein, insbesondere die der ehrenamtlich geführten Mitgliedsvereine und -verbände.

Die Verbandsspitzen dieser Jugendorganisationen im Kreis werden demnächst Besuch erhalten. Andreas Kern, der neue Bildungsreferent, sucht den Kontakt zur Basis. Nicht nur um sich persönlich vorzustellen, sondern um herauszufinden, bei welchen Themen seine Hilfe gebraucht wird. Einen Vorgeschmack auf die Brennpunkte bekam Kern bereits in der Mitgliederversammlung, die in Bad Krozingen stattfand, mit Martin Geserich vom Landratsamt, der KJR-Vorsitzenden Jacqueline Ohnemus, KJR-Geschäftsführerin Christina Manger sowie ehrenamtlich tätigen Verbandsvertretern aus verschiedenen Bereichen. Da treffen die Pfadfinder und das DRK aufeinander, die DLRG und die Akkordeonjugend, der Sportkreis und die Trachtenjugend, die katholische auf die evangelische Jugend und auf Ditib Buggingen, den jüngsten Neuzugang im KJR. Teils summieren sich in den Verbänden mehrere Tausend Kinder und Jugendliche, die in den Ortsgruppen aktiv sind. Sie sollen künftig profitieren vom Engagement des neuen Bildungsreferenten, der auch als Coach und Prozessbegleiter unterwegs ist, je nach Zielgruppe mal mit T-Shirt und Turnschuh, mal mit Business-Jackett. Seine Vita weist den 39-Jährigen als Netzwerker und Praktiker aus mit einem besonderen Talent dafür, Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammenzubringen.

Beste Voraussetzungen also für den neuen Job, zumal er sich laut KJR nicht primär mit Verwaltungstätigkeiten herumschlagen und weder Vorstand noch Geschäftsführung ersetzen, sondern diese unterstützen und neue Arbeitsbereiche übernehmen und weiterentwickeln soll. Derzeit sitzt Kern über der kreisweiten Terminplanung für die Juleikas, also die Jugendleiterseminare im kommenden Jahr. Diese sollen sowohl in Freiburg in Kooperation mit dem Stadtjugendring stattfinden, als auch in der Rheinebene und auf den Schwarzwaldhöhen, wo Kern im Februar eine neue Heimat fand.

Auf Kerns Agenda stehen neben Schulungen Antirassismus, Antidiskriminierung, Teamkonfliktmanagement sowie Diversifizierung im Kontext mit Migration, außerdem Akquise für Ehrenamtliche, Öffentlichkeitsarbeit, Verbandsrecht, Zuschusswesen und Finanzen. Immerhin förderte das Landratsamt im Jahr 2016 Verbandsprojekte mit rund 53 000 Euro (45 000 Euro im Vorjahr).

Zuerst soll es jedoch um die aktuellen Brennpunkte in den Verbänden gehen, und da stehen die Kommunikation und die dafür geeigneten Kanäle im Fokus. Facebook ist out, heißt es da. Wer junge Menschen ansprechen will, nutzt derzeit vor allem Instagram. Erreichen bedeutet jedoch nicht gleichzeitig Begeistern. So mangelt es vielerorts zunehmend an der Beteiligung der Jugendlichen. Dazu komme ein Mangel an Verbindlichkeit. Mit "vielleicht, mal sehen und einem finalen Nein, danke" lasse sich nicht planen.

Der Kreisjugendring Breisgau Hochschwarzwald (KJR) ist eine Arbeitsgemeinschaft von Jugendverbänden und Jugendgemeinschaften. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die Förderung und Weiterentwicklung der Jugendarbeit im Landkreis. Der KJR ist parteipolitisch und konfessionell unabhängig.