Antrag sorgt für "Befremden"

Sebastian Wolfrum

Von Sebastian Wolfrum

Di, 23. Oktober 2018

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Förderzentrum irritiert von Anliegen der SPD.

BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD / WALDKIRCH (swo). Ein Antrag der SPD-Fraktion im Kreistag sorgt für "Befremden" im SBBZ Waldkirch. Das ist einer Stellungnahme der Leitung des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums zu entnehmen. Das Schreiben ist von Stefan Großmann, Leiter des Sonderpädagogischen Dienstes am SBBZ und Schulleiterin Nicole Adamski unterschrieben. Hintergrund ist das Anliegen der SPD, die sich für eine wohnortnahe Beschulung für Kinder mit Sehbehinderungen einsetzt. SPD-Kreisrätin Ellen Brinkmann hatte im Sommer einen Antrag eingereicht. Es solle untersucht werden, ob eine Außenklasse des Waldkircher SBBZ im Landkreis eingerichtet werden könnte, so dass Grundschulkinder mit Sehbehinderung keinen so weiten Schulweg hätten.

"Für eine Außenklasse im Förderschwerpunkt Sehen – wie im Artikel gefordert – gibt es im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald gar nicht genügend Kinder einer Klassenstufe und schon gar nicht eines Bildungsganges", heißt es in dem Schreiben der Schule. Dies sei Brinkmann und einer Delegation des Behindertenbeirats bei einem Besuch eingehend erläutert worden, heißt es. Der Besuch ging dem Antrag voraus. Ellen Brinkmann hingegen sagte auf Nachfrage der BZ, dass genau diese Information nicht gegeben wurde. "Das wurde uns bei dem Termin nicht mitgeteilt. Sonst hätten wir die Anfrage doch nicht gestellt", so Brinkmann.

Adamski sagt auf Nachfrage, dass diese Information geflossen sei und vermutet ein Missverständnis bei der Kommunikation. Für sie und Großmann ist es wichtig, einen weiteren Punkt anzusprechen. Sie sagen, dass die Eltern, auch aus dem Kreis Breisgau-Hochschwarzwald, sehr froh seien, dass ihre Kinder die "hochspezialisierte Einrichtung" besuchen dürften. Zudem gebe es den Sonderpädagogischen Dienst. Dieser Dienst begleitet und berät Regelschulen, die von Kindern mit Sehbehinderungen besucht werden. "Inklusion ist für unsere Einrichtung also Alltag seit vielen Jahren", heißt es.