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28. Januar 2015

Auf der Lauer im "Wolferwartungsland"

Beim Neujahrsempfang der Kreis-CDU stimmen sich die Mitglieder auf den Landtagswahlkampf ein.

  1. Brezel-Schneiden mit Dame (von links): Udo Beck, Thomas Dörflinger, Patrick Rapp, Andreas Schwab, Matern von Marschall, Gabriel Schweizer und Daniel Hackenjos mit Landrätin Dorothea Störr-Ritter Foto: Steckmeister

VOGTSBURG (just). Erst am Vortag des Neujahrsempfangs der Kreis-CDU war auf dem 66. Landesparteitag Guido Wolf zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahlen im März 2016 gekürt worden. Dementsprechend bestimmte Wahlkampffieber die Veranstaltung von Kreis-CDU und Mittelstandsvereinigung MIT im Achkarrer Winzersaal. Rund hundert Parteimitglieder wurden hier auf das Ziel Regierungswechsel in Stuttgart eingeschworen. Auch reichlich Politprominenz lauschte dem Festredner und Europaabgeordneten Andreas Schwab.

Der Kreisvorsitzende, Landtagsabgeordner Patrick Rapp, begrüßte neben Landrätin Dorothea Störr-Ritter auch die Bundestagskollegen Thomas Dörflinger, Matern Marschall von Bieberstein und Armin Schuster. "Unser Ziel für 2016: Wir wollen die Wahlkreise holen und Baden-Württemberg wieder eine gescheite Politik bringen", sagte Rapp. Als "furchtbar und unangemessen" bezeichnete er Strömungen wie die Pegida-Bewegung. Doch müsse man den Blick auch auf deren Ursachen richten, die in der Angst vor dem "Verlust kultureller und geistiger Heimat" liegen könnten. "Wir müssen unsere Aufgaben erfüllen, ohne unsere Kultur anheimzugeben", so Rapp. Baden-Württemberg sei derzeit "unter Wert regiert". Die grün-rote Regierung gestalte keine Zukunft, sondern verhindere diese. "Baden-Württemberg ist Wolferwartungsland", gab sich Rapp zuversichtlich.

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Diesen Optimismus teilte Matern Marschall von Bieberstein. "Die CDU ist entschlossen, die Wahl zu gewinnen, damit Grün-Rot eine Episode bleibt", so der Bundestagsabgeordnete aus der March. Er zeigte sich verschnupft über die Kritik der Grünen, die die CDU als "spießig" bezeichnet hatten. "Die Mitte der Gesellschaft zu kritisieren, ist eventuell nicht der richtige Weg", so von Bieberstein. Das Wirtschaftsprofil der CDU müsse wieder gestärkt werden, "denn die Lobby des Mittelstandes bleibt auf der Strecke", sagte der Kreisvorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung, Daniel Hackenjos.

Ein klares Bekenntnis zur Euro-Zone, allerdings mit gewissen Spielregeln, gab es dann von Andreas Schwab. "Niemand in Deutschland hat ein Interesse daran, dass die Euro-Zone zerbricht", gab sich der Europapolitiker überzeugt. Der Reformstau in Griechenland müsse allerdings ein Ende haben. "Wir sind solidarisch mit der Euro-Zone aber nicht die Schuldigen der Krise", betonte Schwab.

Bezüglich der Flüchtlingsproblematik im Mittelmeerraum forderte er, den Italienern zu helfen, "ohne ihre Hausaufgaben zu machen". Als europäisches Zukunftsthema nannte Schwab die Umsetzung der Subsidiarität, also der Selbstbestimmung und Eigenverantwortung, innerhalb der EU. Des Weiteren warnte er vor den Risiken der Digitalisierung in der Industrie. "Die Großkonzerne wissen zu viel über den Einzelnen", so Schwab.

Neujahrsgrüße von einer "breit aufgestellten Vogtsburger CDU" überbrachte deren Vorsitzender Udo Beck. Bevor zum Anschnitt der Neujahrsbrezel die Messer gezückt wurden, ließ es sich Vogtsburgs Bürgermeister Gabriel Schweizer nicht nehmen, Kritik am Planungsstopp für den Weiterbau der B 31-West bis Breisach zu üben, die er als eine "Lebensader für den ländlichen Raum" für unverzichtbar hält.

Autor: just