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26. Mai 2011 22:08 Uhr
Ermittlungsergebnisse
Bluttat von Pfaffenweiler: Verdächtiger hat beim Opfer gewohnt
In Pfaffenweiler ist ein 75-Jähriger erschossen worden. Die Polizei nahm einen Mann fest, der bei dem Opfer zur Miete wohnte. Im Dorf ist die Rede von wiederkehrenden Mietstreitigkeiten zwischen den beiden.
Ob der Festgenommene tatsächlich der Täter ist, hat die Polizei am Donnerstag nicht bestätigt. Überhaupt war die Polizei sehr zurückhaltend mit ihren Mitteilungen über den Fall, der in Pfaffenweiler verständlicherweise große Betroffenheit ausgelöst hat (Fotos). Der Getötete war ein geschätzter Mitbürger, den viele im Dorf kannten.
Der 71-jährige mutmaßliche Täter soll, wie aus der Nachbarschaft zu hören war, erst gegen Ende des vergangenen Jahres als Mieter der Dachwohnung bei dem 75 Jahre alten Hausbesitzer eingezogen sein. Aus dem Umfeld war auch zu hören, dass es immer wieder Streit zwischen Mieter und Vermieter gegeben habe.
In der Nacht zum Mittwoch muss es wieder einen Streit zwischen den beiden Männern gegeben haben, der dann offenbar dermaßen eskalierte, dass es zu dem Tötungsdelikt kam. Von den Nachbarn hat, wie heute zu hören war, niemand einen Schuss gehört oder von einem Streit etwas mitbekommen.
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Entdeckt wurde die Tat, als der 75-Jährige um 8.15 Uhr von seiner Ehefrau in der eigenen Wohnung gefunden wurde. Darüber, ob sich die Frau in der Nacht nicht in der Wohnung befand, oder ob sie in der Wohnung schlief und von dem Verbrechen an ihrem Mann nichts bemerkte, machte die Polizei keine Angaben.
Die Freiburger Kripo rückte mit fast einem Dutzend Autos zu einem Großeinsatz aus und leitete eine intensive Suchaktion ein, bei der auch ein Polizeihubschrauber eingesetzt wurde, der über dem Bereich Schönberg/Batzenberg kreiste. Kriminaltechniker und Mitarbeiter des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Freiburg nahmen sofort die Spurensicherung in dem Wohnhaus auf.
Dass der 71 Jahre alte Mieter als Täter in Frage kommt, war nach Mitteilung der Kripo schnell klar. Die Fahnder entdeckten beim Campingplatz Breisgau beim Silbersee in der Nähe der Autobahnauffahrt Freiburg Nord den Motorroller des 71-Jährigen und observierten ihn. Kurz vor 15 Uhr kam der mutmaßliche Täter dann zu seinem Fahrzeug zurück und wurde festgenommen. Dabei setzte sich der 71-Jährige offenbar heftig zur Wehr. Die Polizei spricht in ihrer Mitteilung von einer "akuten Bedrohungssituation für die eingesetzten Ermittler". Die Polizeibeamten setzten ihre Schusswaffe ein, der 71-Jährige wurde verletzt.
Dass die Polizeidirektion eine 40-köpfige Sonderkommission einrichtete, ist nach Angaben von Polizeisprecher Karl-Heinz Schmid bei einem Kapitalverbrechen nichts Ungewöhnliches. Man setze gleich nach einer Tat möglichst alle verfügbaren Kräfte ein, weil dann die Chancen auf Ermittlungserfolge noch am größten seien. Die Ermittler bemühen sich jetzt intensiv darum, Erkenntnisse über das Tatmotiv zu finden.
Ob tatsächlich immer wiederkehrende Streitigkeiten um Mietzahlungen den Hintergrund der Tat bilden, wie im Dorf erzählt wird, konnte heute von der Polizei nicht bestätigt werden.
- Die Vorgeschichte: Mann in Pfaffenweiler erschossen - Verdächtiger am Silbersee festgenommen
Autor: Andrea Gallien und Franz Dannecker
