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18. Mai 2017

Buskunden erfahren in Echtzeit von Verspätungen

Südbadenbus will per App tatsächliche Fahrzeiten angeben.

  1. Die „Wohin du willst“-App Foto: Jonas Hirt

BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD/ FREIBURG. Mit der Smartphone-App "Wohin du willst" möchten die Deutsche Bahn und die Südbaden Bus (SBG) Reisende besser über Verspätungen informieren. Am Mittwoch stellte die SBG in ihrer Freiburger Niederlassung das Programm vor. Vor allem Busreisende im Regio-Verkehrsverbund Freiburg (RVF) sollen über Verzögerungen und Echtzeitdaten – also die tatsächliche Ankunfts- oder Abfahrtszeit eines Busses – informiert werden. Die App können Nutzer kostenlos herunterladen. Die Entwicklungskosten seien gering gewesen, sagte Ursula Rathgeber, SBG-Referentin für Kommunikation.

Florian Kurt, SBG-Referent für innovative Verkehrskonzepte, erläuterte die Funktionsweise der App. Nutzer müssten Startpunkt, Ziel, Datum und Uhrzeit wählen. Der Reisende sehe daraufhin verschiedene mögliche Verbindungen. Für Zugverspätungen greife das Programm auf die Daten des DB-Navigators zurück. Wer zum Beispiel von der SBG in Freiburg nach St. Märgen in den Schwarzwald fahre, sehe, ob er gerade Verspätungen befürchten muss. In der Rubrik Neuigkeiten sehe der Nutzer alle aktuellen Verkehrsbehinderungen und lang andauernde Störungen im gewählten Gebiet.

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Sammeltaxi per App bestellen

Wer die App für die Region Freiburg benutzt, sieht – bevor er die Fahrt wählt – einen Bus und eine Schwarzwaldlandschaft im Hintergrund. "Die Bahn kommt grafisch nicht vor, weil die Regionen im Mittelpunkt stehen", erklärte Kurt. "Es sollte keine DB-App sein, ganz bewusst", sagte Südbadenbus- und RVF-Geschäftsführerin Simone Stahl. Die App richte sich bewusst an Kunden, die viel mit dem Bus unterwegs seien. Nutzbar sei die App auch in anderen Regionen. Dann hänge es aber davon ab, ob der dortige Betreiber ebenfalls die Verspätungen der Busse an die App weitergibt.

Mit dem Handyprogramm wolle Südbadenbus die Kommunikation zu den Kunden verbessern. "Bisher war es eine Einbahnstraße", sagte Axel Moser, Leiter der Produktion in der Niederlassung Freiburg. Er spielte auf die Beschwerden von Kunden bei der SBG über Verspätungen an. Mit der App könne die SBG aber direkt mit den Kunden kommunizieren. Die Busfahrer seien instruiert, Verzögerungen auf ihren Strecken an die Fahrmeister zu melden. Hubert Allgeier ist einer davon. Er erklärte, dass er innerhalb weniger Minuten aus verschiedenen Textbausteinen eine Nachricht erstellen könne. Sobald er diese abschicke, sende die App eine sogenannte Push-Meldung, mit der die Nutzer informiert werden. Wer dann auf den Bus wartet, wisse, wann und ob der Bus kommt, und kenne den Grund für die Verspätung.

Der Hilfsdienst soll aber nicht nur über Busse informieren, sondern auch über sogenannte Bedarfsverkehre: Rufbusse oder Sammeltaxis. "Besonders im ländlichen Raum, wo Reisende nicht ständig auf fließenden Nahverkehr zurückgreifen können, ist die App sehr hilfreich", teilte die Bahn in einer Pressemitteilung mit. Florian Kurt erklärte, dass Reisende mit der App auch ein Sammeltaxi oder einen Rufbus buchen können. Hierfür müssten sie ihren Namen und die Telefonnummer angeben. Der bisherige Anruf zur Buchung entfalle für Nutzer der App.

Tickets für den regulären Busverkehr kann der Kunde aber nicht über die App kaufen. Eine weitere Einschränkung muss derjenige in Kauf nehmen, der in einem Funkloch sitzt und auf einen Bus wartet: Ohne Internetverbindung bekommt der Wartende keine aktuellen Informationen. Stahl ging aber davon aus, dass es nur wenige Haltestellen seien, an denen es keinen Empfang gebe. Für die Zukunft sei es auch vorstellbar, Bürgerbusse und private Anbieter wie die SWEG in das Angebot aufzunehmen.

Autor: Jonas Hirt