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09. Februar 2012

Das Jahr der Bagger und Kräne

Die Erfolgsgeschichte geht weiter: Der Gewerbepark Breisgau konnte im Jahr 2011 zwölf Hektar Fläche verkaufen.

  1. Maschinen und Bauteile sind verwaist. Weitergebaut wird im Gewerbepark erst wieder bei Plusgraden. Foto: Blum

  2. Foto: Kathrin Blum

  3. Foto: Kathrin Blum

BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD. Noch nie hat der Gewerbepark Breisgau auf dem Gelände des ehemaligen Militärflughafens Bremgarten in einem Jahr so viel Fläche verkauft wie 2011. 18 Firmen erwarben für gut fünf Millionen Euro zusammengerechnet zwölf Hektar Land. Verbandsdirektor Markus Riesterer und Verbandsvorsitzender Harald Kraus können deshalb eine durchweg positive Bilanz ziehen.

RÜCKBLICK
Nicht nur der Grundstücksverkauf florierte, auch an anderer Stelle lief es Riesterer zufolge rund: Die Zahl der Starts und Landungen auf dem Flugplatz konnte von 34 000 im Jahr 2010 auf 45 000 im vergangenen Jahr gesteigert werden. Und der Gewerbepark hat kräftig investiert: 900 000 Euro in Erschließung, Entsiegelung und den Abbruch alter Gebäude. Geld floss auch in die Sanierung des Wasserturms und Arbeiten am Tower. Markus Riesterer resümiert: "2011 war das Jahr der Bagger und Kräne."

Eine der neuen Firmen im interkommunalen Gewerbegebiet ist eine Niederlassung des französischen Autozulieferers A. Raymond. Diese Ansiedlung bezeichnet Verbandsvorsitzender Riesterer als Meilenstein.

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Zufrieden sind Kraus und Riesterer auch mit der Entwicklung des Schuldenstands, der 2011 um gut drei Millionen auf nun 6,1 Millionen Euro gesenkt werden konnte. Noch vor zehn Jahren stand der zwölf Mitglieder zählende Zweckverband des Gewerbeparks mit 22 Millionen Euro in der Kreide. Mit Blick auf das zurückliegende Jahr betont Riesterer: "Der Gewerbepark ist bei den Firmen angekommen." Gut eine Million Euro Gewerbesteuer floss 2011: 90 Prozent davon bekommt der Zweckverband, zehn Prozent die Gemarkungsgemeinden.

ZWISCHENBILANZ
Im 1994 gegründeten Gewerbepark Breisgau arbeiteten Riesterer zufolge 1997 rund 100 Mitarbeiter, Ende 2004 zählten die ansässigen Firmen bereits 600 Angestellte, im vergangenen Jahr waren es 1400. Etwa 1500 Offiziere und zivile Mitarbeiter tummelten sich auf diesem Gelände, als es noch dem Militär gehörte. Im kommenden Jahr soll diese Marke geknackt werden, kündigt Kraus an. "Und wir wachsen weiter." Einige wenige Offiziere sind übrigens geblieben: Sie arbeiten heute als Lotsen im Tower.

Viele Projekte konnten in den vergangenen Jahren realisiert werden, viele Neuansiedlungen gelangen. Aber: Einige Pläne wurden verworfen, etwa der Bau eines Kasinos, der noch vor einem Jahr ein Thema war. Harald Kraus, der nicht nur Verbandsvorsitzender, sondern auch Bürgermeister der Gemeinde Eschbach ist, erklärt: "Wir haben uns auch schon über ein Gefängnis und einen Tauchturm unterhalten." So manches (kühne) Vorhaben sei schlicht an der Finanzierung gescheitert.

AUSBLICK
Die Verantwortlichen möchten in den kommenden Monaten die Ansiedlung eines Hotels vorantreiben, weil Übernachtungsmöglichkeiten gefragt seien. Außerdem wird es in naher Zukunft eine Bäckerei und ein Café geben, Riesterer wünscht sich außerdem eine Tankstelle. Vorwärts gehen soll es auch in Sachen Feuerwehr-Übungszentrum.

Wie sich der Park weiterentwickelt, hängt Kraus zufolge vorrangig damit zusammen, wie der Regionalplan weitergeschrieben wird. Geht man vom durchschnittlichen Flächenverkauf der vergangenen Jahre aus, dürfte es in spätestens acht Jahren keine Grundstücke mehr geben. Wird erweitert, müsse in die Erschließung investiert werden. Das zöge nach sich, dass die Verbandsmitglieder auch nach Tilgung der Schulden erstmal keine Gewinnausschüttung bekommen.

Die zweite Frage, die sich Kraus stellt, ist jene nach den Arbeitskräften. Bis 2020 sollen im Gewerbepark etwa 2000 Menschen arbeiten – und Fachkräftemangel ist aktuell schon ein Problem in der Region. Deshalb muss Kraus zufolge die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ausgebaut werden. Laut einschlägiger Studien gebe es jenseits des Rheins auch in den kommenden Jahren Arbeitslose. Deshalb sagt Kraus: "Wir müssen uns vernetzen, der Rhein ist keine Grenze mehr."

GEWERBEPARK BREISGAU

Zum Zweckverband, der den Park trägt, gehören die Städte Freiburg, Heitersheim, Neuenburg, Bad Krozingen und Staufen; die Gemeinden Eschbach, Hartheim, Ballrechten-Dottingen, Ehrenkirchen und Münstertal; der Gemeindeverwaltungsverband Müllheim-Badenweiler und der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Der Park, ehemals der Militärflughafen Bremgarten, umfasst 564 Hektar, von denen 147 Hektar bebaut werden können. Etwa 150 Firmen der verschiedensten Branchen – vom kleinen Handwerksbetrieb bis zum international agierenden Mittelständler – sind dort zu finden.  

Autor: kbl

Autor: Kathrin Blum