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25. Juni 2013

Das Ziel: Mehr Lebensraum für Spechte schaffen

Die Deutsche Ornithologen-Gesellschaft tagte auf dem Feldberg und sprach über den Schutz heimischer Vogelarten.

  1. Standen im Mittelpunkt der Tagung: der seltene Dreizehenspecht und der ... Foto: Erich Tomschi

  2. … Schwarzspecht. Beide kommen am Feldberg vor. Foto: erich Tomschi/Daniel Fleig

FELDBERG (BZ). Vogelkundler fordern vom Forst mehr Alt- und Totholz im Wald. Unter anderem darum ging es im Rahmen eines Kongresses der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft, Fachgruppe Spechte, der kürzlich im Haus der Natur auf dem Feldberg stattgefunden hat.

Etwa 60 Vogelkundige aus Deutschland und der Schweiz hörten drei Tage lang Vorträge und nahmen an Exkursionen rund um den Feldberg teil. Eingeladen hatten das Naturschutzzentrum Südschwarzwald und der Fachbereich Forst im Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald. Ziel war der Austausch von Informationen und Standpunkten zwischen beruflichen und ehrenamtlichen Vogelkundlern auf der einen und Forst-Fachleuten auf der anderen Seite.

Zwei Spechtarten standen im Mittelpunkt der Tagung: der Dreizehenspecht und der Schwarzspecht. Beide kommen am Feldberg vor. Daneben ging es um den Bunt- und den Mittelspecht. Die Palette der Vortragsthemen reichte von der Kartierungspraxis von Spechthöhlen bis zum Waldnaturschutzkonzept des Landes, von der Biologie des Dreizehenspechts bis zur Wirkung des Klimawandels auf Bergvögel. Zwei Referenten betonten die Bedeutung von alten Rotbuchen für die größte heimische Spechtart, den Schwarzspecht. Sie bedauerten, dass laut Bundeswaldinventur in Bayern und Baden-Württemberg kaum noch alte Buchen zu finden seien. Immer wieder unterstrichen die Fachleute die hohe Bedeutung von alten, absterbenden und toten Bäumen nicht nur für Spechte, sondern für die gesamte Ökologie des Waldes.

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An allen drei Tagen unternahmen die Tagungsteilnehmer Exkursionen in die Urwüchsigkeit und pflanzliche Vielfalt des Bergwaldes. Von besonderem Interesse war der seit 20 Jahren von jeder forstlichen Maßnahme verschonte Bannwald im Feldsee-Kar. Dort fanden sich vermehrt Höhlen und Hackspuren, die auf die Präsenz von Spechten hinwiesen.

Die anwesenden Forstleute zeigten sich während Tagung ebenso fasziniert von Spechten und ihrem Lebensraum im Schwarzwald wie die Vogelkundler. Deutlich wurde, dass im Konflikt zwischen Naturschutz und Holzernte der Revierförster vor einer Zerreißprobe steht. Darüber hinaus hat er durch die Erledigung Verwaltungsaufgaben und Vergrößerung der Reviere kaum Zeit für den Naturschutz. Ein Appell der Tagung ging daher an die Verwaltung, den Revierförstern mehr Raum zu geben, um Aspekte des Waldnaturschutzes zu vertiefen und in der Praxis umzusetzen.

Klaus Ruge von der Ornithologen-Fachgruppe bat Hubertus Knoblauch vom Haus der Natur und den Kreis-Waldökologen Gerrit Müller, sich auch künftig um die seltenen Dreizehen-Spechte rings um den Feldberg zu kümmern.


Autor: bz