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02. Februar 2012

"Eine Seilbahn ist ökologisch sinnvoll"

BZ-INTERVIEW mit Nils Höck über die Pläne, in Müllheim Menschen mit Gondeln zu transportieren.

  1. Gondeln nicht nur hinauf auf den Schauinsland, sondern mitten durch Müllheim, davon träumt Nils Höck. Foto: Bamberger/Privat

  2. Nils Höck Foto: privat

MÜLLHEIM. Der Vorschlag klingt kurios: Mit einer 2,3 Kilometer langen Seilbahn möchte CDU-Gemeinderat Nils Höck den Bahnhof und die Innenstadt Müllheims verbinden. Sie würde zwölf Millionen Euro kosten und pro Stunde bis zu 1000 Personen transportieren. BZ-Redakteur Jens Klein wollte von Höck wissen, was es mit der Idee auf sich hat.


BZ:
Wie kamen Sie auf die Idee, ein Seilbahnkonzept für Müllheim zu erarbeiten?
Nils Höck: Ich habe mir den Buslinienverkehr rund um Müllheim sehr genau angeguckt und bin letztendlich zu der Erkenntnis gekommen, dass wir innerhalb von Müllheim ein Defizit haben. Die Stadt ist einerseits nicht gut genug an den Bahnhof angeschlossen und andererseits gibt es teilweise einen Parallelverkehr der Buslinien.

BZ: Und dann?
Höck: Es ging mir um eine Alternative. Ich wollte eine Lösung finden, die keine neuen Probleme mit dem Taktverkehr generiert. Dabei bin ich auf die Gondelbahn gestoßen. Dazu kam dann noch die Überlegung, dass es bezahlbar und auch ökologisch sinnvoll sein sollte. Beides sehe ich in einer Seilbahn verbunden. Jede bodengebundene Lösung führt in Müllheim zu einer Menge Konflikten mit anderen Verkehrsträgern.

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BZ: Wie soll es nun weitergehen?
Höck: Man sollte zusammen mit Verkehrsexperten überprüfen, wie stark der ÖPNV zukünftig zunimmt. Dabei spielt natürlich auch die Breisgau S-Bahn eine Rolle. Außerdem muss es für Müllheim ein Innenstadt-Konzept geben, das sich nicht nur auf die Geschäfte konzentriert, sondern auch grundsätzlich Gedanken über verschiedene Bereiche macht. Wo sind Wohnbereiche? Wo spielt sich das Wirtschaftsleben ab?
BZ: Gab es Anwendungsbeispiele, an denen Sie sich orientiert haben?
Höck: Ich habe bei meinen Recherchen zumindest gesehen, dass es in verschiedenen Städten Konzepte gibt, die die Seilbahn als Zubringer für Zugverbindungen nutzen. Es gibt also Konzepte, die funktionieren. Aber sie sind natürlich nicht eins zu eins auf eine Stadt der Größe Müllheims übertragbar.

BZ: Glauben Sie an eine Verwirklichung der Seilbahn?
Höck: Dieser Idee muss eine sehr ernsthafte Chance gegeben werden. Sie ist nicht unrealistisch. Das Problem sind letztendlich die Betriebskosten. Wenn sie höher sind als die Kosten für ein anderes Verkehrsmittel, stellt sich die Frage, ob man dazu bereit ist, das im Sinne einer größeren Nachhaltigkeit und einer menschenfreundlicheren Variante des Personennahverkehrs zu akzeptieren.

Nils Höck (54) ist Chemiker und sitzt für die CDU im Müllheimer Gemeinderat.

Autor: jens