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10. Oktober 2016 15:46 Uhr

Kirchzarten

Fotograf zeigt Bilder von über 500 Jahre alten Büchern

In der Bibliothek der Erzdiözese Freiburg schlummern historische Schätze. Darunter Bücher aus der Zeit Gutenbergs. Jetzt werden Fotos dieser Werke ausgestellt.

  1. Wertvoll und mehr als 500 Jahre alt: Inkunabeln im Besitz der Erzdiözese Freiburg, die Achim Käflein fotografiert hat. Foto: Achim Käflein

  2. Seine Bilder zeigt jetzt eine Ausstellung in Kirchzarten, die am Freitag eröffnet wird. Foto: Achim Käflein

  3. Foto: Achim Käflein 

  4. Foto: Achim Käflein 

  5. Käflein stellt die Kunst des Buchdrucks in den Mittelpunkt. Foto: Achim Käflein

  6. „Ich will darstellen, was für eine Wertigkeit und Ästhetik diese Werke besitzen“, sagt Käflein. Foto: Achim Käflein

  7. Der Fotograf Achim Käflein Foto: Achim Käflein

In der Bibliothek der Erzdiözese Freiburg schlummern historische Schätze. Darunter Bücher aus der Zeit Gutenbergs, sogenannte Inkunabeln, die ersten, die mit beweglichen Lettern gedruckt wurden. Mehr als 500 Jahre alt sind diese Werke. Der Fotograf Achim Käflein hat sie vor die Linse bekommen und zeigt seine Bilder von Freitag an in Kirchzarten.

Bei der Ausstellung geht es weniger um den Inhalt der Bücher. Vielmehr sollen die Ästhetik und Wertigkeit des kunstvollen Buchdrucks des 15. Jahrhunderts eingefangen werden.

400 Inkunabeln in Beständen der Erzdiözese

Als Achim Käflein seine viereckigen Models zum ersten Mal in die Hände bekommt, ist er fasziniert. "Das hat etwas Magisches. Wie wenn ein Zeitfenster aufgeht. Man muss sich mal ins Bewusstsein rufen, als diese Bücher gedruckt wurden, da war Amerika noch nicht entdeckt", sagt der Fotograf aus Freiburg.

Die Erzdiözese hat etwa 400 sogenannter Inkunabeln in ihren Beständen. Als Inkunabeln werden die Bücher bezeichnet, die zwischen der ersten Gutenbergbibel 1464 und dem 1500 gedruckt wurden. Der Begriff leitet sich von dem lateinischen Wort incunabula her, das so viel bedeutet wie Wiege und Ursprung.

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Auflage von Büchern im 15. Jahrhundert war niedrig

"Die älteste Inkunabel in unserem Besitz stammt aus dem Jahr 1480", sagt Christoph Schmider, Oberarchivardirektor der Erzdiözese. Etwa 150 der historischen Bücher liegen in Freiburg, weitere 250 sind im geistlichen Zentrum in St. Peter gelagert. Dort gibt es einen Raum, der intern die "Schatzkammer" genannt wird, an der die alten Bücher aufbewahrt werden.

Die Inkunabeln sind selten, die Auflage von Büchern im 15. Jahrhundert war generell eher niedrig. Nachfrage, Preis (Bücher waren sehr teuer) und Technik (bewegliche Holzbuchstaben waren schnell abgenutzt und für den Druck nicht mehr zu verwenden) limitierten die Anzahl. "Die Erzdiözese besitzt überwiegend theologische und kirchenrechtliche Inkunabeln", sagt Schmider. Allerdings finden sich unter den Werken auch andere Bereiche der Wissenschaft. Klöster hatten damals den Anspruch, umfassendes Wissen zu sammeln, dazu gehören auch die Naturwissenschaften wie Mathematik oder die Medizin.

Die Bilder sollen für sich sprechen

Käflein geht in seiner Ausstellung aber nicht auf die Inhalte ein. Er stellt die Kunst des Buchdrucks des 15. Jahrhunderts in den Mittelpunkt. "Ich will darstellen, was für eine Wertigkeit und Ästhetik diese Werke besitzen", sagt Käflein, der seit zehn Jahren für den Münsterbaukalender fotografiert. Es gibt deshalb keine Erklärungen oder inhaltliche oder historische Einordnungen zu den 65 Bildern, die ausgestellt werden.

Die Bilder sollen für sich sprechen und die kulturhistorische Bedeutung transportieren, die die Inkunabeln als Werke aus der Wiegezeit der modernen Drucktechnik besitzen.

Die Ausstellung ist zu sehen vom 14. Oktober bis 14. Januar in der Rainhofscheune in Kirchzarten, Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 9.30 bis 18.30 Uhr und Sonntag von 11.30 bis 18.30 Uhr. Vernissage ist am Freitag, 14. Oktober, um 20 Uhr.

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Autor: bz