"Freiburger Y" unter Dach und Fach

Markus Zimmermann

Von Markus Zimmermann

Fr, 22. Dezember 2017

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Am Donnerstag haben Land und SWEG einen Verkehrsvertrag für das Netz und eine Mitfinanzierungsvereinbarung unterzeichnet.

FREIBURG. Der Knopf ist drauf. Mit der Unterzeichnung des Verkehrsvertrags für das Netz 9 b, das sogenannte Freiburger Y, ist das Nahverkehrsangebot auf den Strecken der Münstertalbahn, der Kaiserstuhlbahn zwischen Riegel-Malterdingen und Breisach sowie der Elztalbahn bis ins Jahr 2032 gesichert. Das Land steuert jährlich 14 Millionen Euro bei, der Zweckverband Regio-Nahverkehr (ZRF) finanziert das Angebot, das über dem Landesstandard liegt, mit jährlich rund 1,8 Millionen Euro.

Mit der Unterschrift unter den Verkehrsvertrag zwischen dem Land und der Südwestdeutschen Verkehrs-Aktiengesellschaft (SWEG) bleibt der Betrieb in den bewährten Händen des sich zum Landesverkehrsunternehmen entwickelnden Anbieters. Seit Ende des 19. Jahrhunderts hatte die SWEG die Münstertalbahn und den Schienenverkehr am Kaiserstuhl bedient und 1990 auch den Betrieb auf der Elztalbahn übernommen.

"Mit der SWEG ist der Verkehr einem Unternehmen übertragen, das deutlich pünktlicher unterwegs ist, als ein staatliches Unternehmen", sagte Verkehrsminister Winfried Hermann. "Wir haben jahrelange Erfahrung und mit dem Vertrag können wir auch Arbeitsplätze sichern", erläuterte Johannes Müller. Auch wenn die Hauptwerkstatt nach Offenburg verlagert werde, werde die Werkstatt für den Breisgau in Endingen erhalten, sagte der SWEG-Vorstandsvorsitzende.

Verbessert wird auf allen Strecken das Angebot. Für die Strecke am Kaiserstuhl sowie ins Elztal ist die Elektrifizierung Voraussetzung. Am Kaiserstuhl soll diese im Dezember 2019 fertiggestellt sein. Zweifel gibt es nach wie vor bei der Elztalbahn. "Ich soll sie, auch im Namen meines Amtskollegen Landrat Hanno Hurth, an Zusagen erinnern, es gebe Ende 2019 auch im Elztal deutlich mehr Plätze in modernen Elektrotriebwagen", erklärte Landrätin Dorothea Störr-Ritter im Rahmen der Vertragsunterzeichnung am Donnerstag gegenüber Hermann.

"Wir machen Druck", entgegnete der Verkehrsminister, was die komplette Bürgermeisterriege der Elztalgemeinden mit Applaus quittierte. Hermann erklärte, dass die Verzögerungen im Genehmigungsverfahren durch Einwände begründet seien. "Ende 2019 stehen die Fahrzeuge bereit", versicherte Müller, dass die Inbetriebnahme der elektrifizieren Elztalbahn nicht an Fahrzeugen scheitern werde.

Zum Einsatz kommen sollen neue Fahrzeuge des Typs Talent 3 im gelb-schwarz-weißen Landesdesign. Die 3- oder 4-teiligen Elektrotriebwagen werden mit WLAN und Steckdosen ausgestattet sein. Durch die vorgeschriebene Spurkranzschmierung sollen Geräusche in engen Kurven reduziert werden. An allen Bahnsteigen mit einer Höhe von 55 Zentimetern wird ein niveaugleicher Ein- und Ausstieg möglich sein, der Platz für Fahrräder, Kinderwagen und Rollstühle wird erweitert.

Fahrgastinformation soll verbessert werden

Verbessert werden soll durch optische und akustische Systeme auch die Fahrgastinformation. "Die Fahrzeuge werden vom Land gekauft und verpachtet", so Hermann. So sei garantiert, dass diese auch beim Wechsel von Betriebsträgern vorhanden sind. "Die Menschen sind nur bereit in den ÖPNV umzusteigen, wenn das Angebot gut ist", sagte Hermann. Dass die Region rund um Freiburg schon weiter ist als andere im Land, sei bekannt. Mit der Mitfinanzierungsvereinbarung sei der ZRF zudem bereit, verlässlich für mehr Leistung einen Beitrag zu leisten.

Ursprünglich hatte der ZRF damit gerechnet, dass sein Beitrag bei 1,35 Millionen Euro liegen werde, zwischenzeitlich waren 2,25 Millionen Euro im Gespräch. Vereinbart sind nun 1,8 Millionen, die in etwa zu 50 Prozent vom Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und zu je 25 Prozent vom Landkreis Emmendingen und der Stadt Freiburg aufgebracht werden. Die genaue Verteilung ergibt sich aus den Zahlen der Verkehrserhebung nach Personen-Kilometer. "Das S-Bahn-Angebot ist nun verbindlich gesichert. Jetzt gilt es, beim Bau Tempo zu machen", sagte Störr-Ritter.