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05. Juni 2010

Großes Interesse für kleine Viecher

Die deutsche Hauptaktion zum "Tag der Artenvielfalt" findet diesmal in der Region Freiburg statt.

  1. .... und die Alpine Gebirgsschrecke Foto: Andreas Braun

  2. Der Große Hirschkäfer (links) hat beim Tag der Artenvielfalt ebenso seinen Auftritt wie die Azurjungfer (rechts)... Foto: Andreas Braun

  3. Foto: Andreas Braun

FREIBURG/LANDKREIS BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD. Am 11. Und 12. Juni steht ein Naturerlebnis der ganz besonderen Art an: Kinofilme, Exkursionen, Info-Stände sowie eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion lassen den Artenschutz an diesem Wochenende zum beherrschenden Thema in Freiburg und Umgebung werden. Anlass ist der "Tag der Artenvielfalt": Mehreren Naturschutzvereinigungen, der Stadt Freiburg und den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen ist es in einer gemeinsamen Aktion gelungen, die diesjährige Hauptaktion des deutschen Aktionstags nach Südbaden zu holen.

Dabei handelt es sich nicht etwa um ein reines Expertentreffen; vielmehr sind alle Naturliebhaber eingeladen, an der Erforschung des Artenreichtums in den vier Untersuchungsgebieten (im Freiburger Mooswald, am Feldberg und Kaiserstuhl sowie in den Rheinauen bei Weisweil) mitzuwirken.

Landschaft und Natur der Gegend um Freiburg sind bekanntlich sehr abwechslungsreich: Während beispielsweise auf dem knapp 1500 Meter hohen Feldberg noch Eiszeitrelikte – etwa die Alpine Gebirgsschrecke – vorkommen, leben am Kaiserstuhl wärmeliebende Arten wie Smaragdeidechse und Bienenfresser. Doch nicht nur die Temperaturunterschiede, sondern auch das abwechslungsreiche Mosaik aus Wäldern, Wiesen und Gewässern sorgt dafür, dass rund um Deutschlands selbsternannter "Ökohauptstadt" viele Tiere und Pflanzen auf vergleichsweise kleinem Raum zu Hause sind.

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Aus diesem Grund hegten die Veranstalter des seit 2004 alljährlich stattfindenden Freiburger Artenvielfalt-Tags schon länger die Absicht, die Hauptaktion einmal in die Region zu holen – was ihnen nun gelungen ist.

"Wir gehen davon aus, eine Vielzahl von Arten zu finden" sagt Ralf Hufnagel von der Freiburger Ökostation. Der Biologe legt zugleich Wert darauf, dass es neben der Erstellung eines Arteninventars auch darum gehe, die Bevölkerung für Belange des Naturschutzes zu interessieren: Bei rund 40 kostenlosen Exkursionen – einige von ihnen sind speziell für Familien mit Kindern gedacht – bietet sich allen Interessenten die Möglichkeit, die regionale Tier- und Pflanzenwelt näher kennenzulernen.

Los geht‘s am Freitagabend mit einer Nachtfalterwanderung, die um 20 Uhr am Naturzentrum in Ihringen beginnt. Am gleichen Abend finden außerdem zwei Fledermaus-Exkursionen statt, und zwar im Liliental (21 Uhr) sowie am kleinen Opfinger See bei Freiburg (21.30 Uhr). Das detaillierte Exkursionsprogramm für beide Tage ist im Internet unter http://www.oekostation.de einsehbar und kann auch telefonisch dort erfragt werden (Telefon 0761/892333).

Auch politische Ziele werden mit dem Tag der Artenvielfalt verfolgt

Ebenfalls bereits am Freitag werden die vier Ökomobile des Landes Baden-Württemberg bis 16.30 Uhr auf dem Augustinerplatz in Freiburg über die einzelnen Veranstaltungen informieren. Für Interessenten an den Feldberg-Exkursionen zu Themen wie Dreizehenspecht, Moose und Käfer wird von Freiburg aus eine kostenlose Busfahrt angeboten; Abfahrt ist am Samstag um 8.30 Uhr am Zentralen Omnibusbahnhof (Bussteig 1).

Neben dem Kennenlernen der Natur verfolgt der Aktionstag auch politische Ziele: Passend zum "Internationalen Jahr der Artenvielfalt 2010" steht er unter dem Motto "Wert der Natur – warum sich Vielfalt rechnet". Zu diesem Thema findet deshalb am Samstag von 18 bis 20 Uhr auf dem Freiburger Rathausplatz eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Politik und Naturschutz statt.

Teilnehmer sind unter anderem Baden-Württembergs Umweltministerin Tanja Gönner, Landrätin Dorothea Störr-Ritter sowie die BUND-Landesvorsitzende Brigitte Dahlbender und Freiburgs Nabu-Vorsitzender Dirk Niethammer. Bereits zuvor – ab 10 Uhr am Samstag – informieren zahlreiche Naturschutzvereinigungen mit Info-Ständen und Prospekten über ihre Arbeit und aktuelle Belange des Artenschutzes, ebenfalls auf dem Freiburger Rathausplatz.

Wer es beschaulicher mag, kann sich auch anhand von Filmen zu diesem Thema schlau machen: In Zusammenarbeit mit dem Freiburger Kino "Harmonie" gibt es bereits am Freitag mehrere Filmangebote, sowohl für Schulklassen (vormittags, vorherige Anmeldung erforderlich) als auch für alle Interessenten (nachmittags). Nähere Auskünfte dazu gibt es ebenfalls bei der Freiburger Ökostation.



Tag der Artenvielfalt

Den vom Naturmagazin "Geo" ins Leben gerufene "Tag der Artenvielfalt" gibt es seit 1999. Er findet jedes Jahr am zweiten Samstag im Juni statt und hat sich inzwischen zur größten Feldforschungsaktion in Mitteleuropa entwickelt. Gemäß dem Motto: "Nur was man kennt, will man auch schützen" werden vielerorts Veranstaltungen zum Kennenlernen der Natur angeboten. Für die Teilnehmer gilt es, innerhalb von 24 Stunden in einem begrenzten Gebiet möglichst viele Arten zu entdecken. Dadurch soll das Bewusstsein für die Artenvielfalt vor der Haustür gefördert werden. Zugleich werden aber auch aktuelle Veränderungen in der Zusammensetzung des Artenspektrums erkannt und dokumentiert. Der Aktionstag verfolgt somit gleichermaßen umweltpädagogische wie auch wissenschaftliche Ziele. Dieses Jahr findet er erstmals in 35 Ländern statt. In Deutschland gibt es neben der Hauptaktion in der Region Freiburg rund 300 weitere lokale Erhebungen. Im Vorjahr beteiligten sich bundesweit rund 25 000 Naturfreunde an dieser Aktion.  

Autor: abr

Autor: Andreas Braun