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20. Mai 2011

Großes Programm für den Nahverkehr

ZRF investiert in den kommenden Jahren mehr als 200 Millionen Euro in die Infrastruktur / Angebot wird deutlich verbessert.

  1. Die Elztalbahn wird vollständig elektrifiziert, der Bahnhof Waldkirch wird barrierefrei ausgebaut. Foto: Bernd Fackler

  2. Die Höllentalbahn wird auch auf dem Abschnitt zwischen Neustadt und Donaueschingen elektrifiziert; von 2019 an wird man ohne umzusteigen mit dem Zug von Freiburg nach Villingen fahren können. Foto: Markus Donner

  3. Der Zweckverband Regio-Nahverkehr hat die Weichen gestellt: der Nahverkehr hat Vorfahrt. Foto: Siegfried Gollrad

  4. Auch über den Gleisen im Bahnhof Löffingen wird sich bald eine Fahrleitung spannen. Foto: Martin Wunderle

FREIBURG/LANDKREIS BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD. Wenn es um den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs geht, dann wird in der Region Freiburg nicht gekleckert, sondern geklotzt. Bis 2018 investiert der Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF), dem neben der Stadt Freiburg auch die Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen angehören, in die "Breisgau-S-Bahn 2020" knapp 220 Millionen Euro.

Dies wurde bei der ZRF-Sitzung am Mittwoch im Freiburger Rathaus beschlossen. Mit dieser Entscheidung sei man den entscheidenden Schritt vorangekommen, meinten ZRF-Vorsitzende Landrätin Dorothea Störr-Ritter und ihre Stellvertreter, Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon und Emmendingens Landrat Hanno Hurth, nach der Sitzung. "Ab heute sind die Weichen endgültig gestellt und die Signale stehen auf freie Fahrt", so Dorothea Störr-Ritter.

In einem zweiten Ausbauschritt sollen noch einmal 167 Millionen Euro investiert werden, so dass insgesamt rund 385 Millionen Euro für die Nahverkehrsinfrastruktur ausgegeben werden. Zu diesem integrierten Gesamtkonzept gehören auch der Ausbau von regional bedeutsamen Stadtbahnlinien in Freiburg (zunächst Verlängerung der Stadtbahn Zähringen bis Ortsgrenze Gundelfingen, später im zweiten Ausbauschritt Weiterführung durch Gundelfingen und Verlängerung der Stadtbahn Littenweiler bis zum Kappler Knoten mit direktem Anschluss an die Höllentalbahn; Gesamtinvestitionssumme rund 86 Millionen Euro) und der Ausbau des Regionalbusverkehrs mit zahlreichen Umsteigeanlagen (Investitionssumme rund 9 Millionen Euro). Die verschiedenen Angebote sollen bestmöglich miteinander verknüpft werden, damit man dem selbstgewählten Motto "Zug und Bus – aus einem Guss" gerecht werden kann.

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Die Umsetzung des ehrgeizigen Konzepts soll jetzt zügig in Angriff genommen werden. In der Ausbaustufe bis 2018 sollen mindestens drei Fünftel des gesamten Ausbauprogramms unter Dach und Fach gebracht werden, so das erklärte Ziel des Zweckverbandes.

Bund und Land helfen bei der Finanzierung kräftig mit

Hintergrund dieser straffen Zeitplanung ist ist die Regelung der staatlichen Zuschüsse. 2019 sind die Tage des derzeit geltenden Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes gezählt, demzufolge wichtige Verkehrsprojekte mit 80 Prozent bezuschusst werden (60 Prozent Bund, 20 Prozent Land). Ab 2019 geht die Verkehrsfinanzierung an das Land über, und dann gibt es nur noch "bis zu" 75 Prozent der Gesamtkosten als Zuschuss.

Das heißt konkret, dass von den 217 Millionen Euro, die bis 2019 investiert werden, gut 82 Millionen Euro vom ZRF zu finanzieren sind, den großen Rest übernehmen Land und Bund.

Die wichtigsten Bausteine des S-Bahn-Ausbaues sind:

Breisacher Bahn (unter anderem Elektrifizierung, barrierefreier Aus- oder Neubau der Stationen, Ausbau der Signaltechnik, Investitionssumme rund 68 Millionen Euro);

Drei-Seen-Bahn (barrierefreier Ausbau der Stationen, Investitionssumme rund 4,4 Millionen Euro);

Elztalbahn (Elektrifizierung des Streckenabschnitts Denzlingen – Elzach, barrierefreier Ausbau der Stationen, Investitionssumme rund 39 Millionen Euro);

Höllentalbahn (barrierefreier Ausbau der Stationen, Elektrifizierung Neustadt – Donaueschingen, Investitionssumme rund 55 Millionen Euro);

Kaiserstuhlbahn (Ausbau der Bahnhöfe Riegel, Endingen, Sasbach und Oberrotweil, Elektrifizierung Gottenheim – Riegel sowie Breisach – Endingen – Riegel, Ausbau der Signaltechnik, Investitionssumme rund 41 Millionen Euro);

Müllheim – Mulhouse (Ertüchtigung der Gleise, barrierefreier Ausbau der Station Neuenburg, Ausbau der Signaltechnik, Investitionssumme rund 7,1 Millionen Euro);

Münstertalbahn (Elektrifizierung Bad Krozingen – Münstertal, barrierefreier Ausbau der Stationen, Ausbau der Signaltechnik, Investitionssumme rund 35 Millionen Euro;

Rheintalbahn (barrierefreier Ausbau der Stationen einschließlich Verlegung der Station Gundelfingen zur besseren Verknüpfung mit der Stadtbahn Freiburg, Investitionssumme rund 39 Millionen Euro).

Auf fast allen Strecken geht es also um den barrierefreien Ausbau der Bahnhöfe und um die Elektrifizierung. Viel Geld fließt auch in die Verbesserung der Signaltechnik.

In der zweiten Ausbaustufe, die nach 2018 in Angriff genommen wird, sind vor allem solche Vorhaben, die abhängig sind vom vierspurigen Ausbau der Rheintalbahn – und wann der kommt, steht ja noch in den Sternen.

Um keine Zeit zu verlieren, wurden gleich nach der ZRF-Sitzung Planungs- und Finanzierungsvereinbarungen mit der Deutschen Bahn AG und mit der Südwestdeutschen Verkehrs AG (SWEG) abgeschlossen. Zudem stimmte die Verbandsversammlung einer Vereinbarung mit dem Schwarzwald-Baar-Kreis über die Planung und anteilige Finanzierung des Streckenabschnitts zwischen Neustadt und Donaueschingen zu.

Autor: Franz Dannecker