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24. Juli 2010

Grüne schicken wieder Pix ins Rennen

Als Landtagskandidat im Wahlkreis 46 nominiert.

  1. Sie ziehen wieder gemeinsam in den Wahlkampf: Landtagskandidat Reinhold Pix (rechts) und Ersatzbewerber Helmut Thoma Foto: Ines Fuchs

FREIBURG/LANDKREIS BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD. Reinhold Pix wird 2011 erneut für die Grünen bei der Landtagswahl kandidieren. Der 54-Jährige, der seit 2006 im Landtag sitzt, wurde von den wahlberechtigten Mitgliedern der Kreisverbände aus Freiburg, Breisgau-Hochschwarzwald und Waldshut für den Wahlkreis Freiburg-Ost mit 42 von 53 möglichen Stimmen wiedergewählt.

Am Ende konnte Reinhold Pix erleichtert durchatmen. Nicht, dass es knapp geworden wäre bei der Nominierung in diesem Wahlkreis 46, aber es gab eine Phase der Unsicherheit. "Ich bin sehr zufrieden, weil ich nicht genau wusste, was mich erwartet", sagte Pix nach seiner Wiederwahl.

Grund für die Verunsicherung war die überraschende Kandidatur von Timothy Simms. Der Freiburger Stadtrat hatte sich spontan dazu entschlossen, gegen Pix anzutreten, was innerhalb der Grünen-Kreisverbände einige Diskussionen auslöste. Schließlich ist die Zufriedenheit mit Pix’ bisheriger Arbeit im Landtag unter den Mitgliedern der Kreisverbände relativ hoch, weshalb Simms’ Kandidatur sogleich für wilde Spekulationen sorgte. "Nein, ich bin nicht von irgendjemanden ins Rennen geschickt worden", sagte Simms in seiner Bewerbungsrede. Ihm gehe es vor allem um die inhaltlichen Aspekte, deswegen habe er sich spontan zur Bewerbung entschlossen, sagte der 38-Jährige.

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Doch mit seinen inhaltlichen Schwerpunkten Kultur und Integrationspolitik vermochte Simms die 53 wahlberechtigten Mitglieder, die am Donnerstagabend in die Pizzeria La Corona in Freiburg-Littenweiler gekommen waren, nicht zu überzeugen. Reinhold Pix hingegen, dem ob der überraschend neuen Situation die Aufregung auch während seiner Rede anzumerken war, setzte auf seine bisherigen Erfolge im Landtag, dem er seit 2006 angehört. "Es ist sehr schwer, gegen einen Amtsinhaber anzutreten, der auf seine Erfahrung zurückgreifen kann", sagte Simms im Nachhinein.

Pix, der zusammen mit seiner Frau ein Bioweingut in Ihringen bewirtschaftet, besetzte außerdem andere Themen, die nach seiner Vorstellung auch Priorität haben sollten. Vor allem die Verkehrspolitik, oder besser: der Bau des Stadttunnels in Freiburg, und die Landwirtschaft liegen Pix für die nächste Wahlperiode am Herzen. "Keine andere deutsche Großstadt hat ein Verkehrssystem, das sich so durch das Herz der Stadt zieht, wie Freiburg. Die Bundesregierung und Herr Ramsauer müssen anerkennen, dass das Projekt Stadttunnel vorangetrieben werden muss", sagte Reinhold Pix.

Pix will sich vor allem für die Höhenlandwirtschaft einsetzen

Zudem sprach sich der vierfache Familienvater gegen das Parkhaus am Feldberg aus. "Dass Freiburger mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Feldberg reisen und dann mit ihrer Liftkarte das Parkhaus finanzieren sollen, ist absurd", sagte Pix. Besonders einsetzen will sich der Politiker außerdem für die Erhaltung der Landschaft im Schwarzwald, die Höhenlandwirtschaft und die Interessen der Bauern. Er fordert einen "adäquaten" Milchpreis von 42 Cent.

Dass seine inhaltlichen Schwerpunkte, für die er sich bereits in den vergangenen vier Jahren im Landtag eingesetzt hat, in erster Linie in der Region verankert sind, und dass er sich als Forstwissenschaftler und Ökowinzer bestens in der Landwirtschaft auskennt, war vor fünf Jahren einer der Gründe dafür, dass die Mitglieder im Wahlkreises Freiburg-Ost Reinhold Pix wählten. Vor dieser Wahl erhielt er dann aber "Signale, dass ich mich eventuell zu stark um den ländlichen Raum kümmere. Dabei ist mit Edith Sitzmann besprochen, dass sie sich verstärkt um die Aufgaben in der Stadt und ich mich um die auf dem Land kümmere", sagte Pix. Edith Sitzmann sitzt als Vertreterin des Wahlkreises Freiburg II im Landtag.

Am Ende waren jedoch nur wenige Mitglieder der Grünen-Kreisverbände aus Freiburg, Breisgau-Hochschwarzwald und Waldshut wirklich der Meinung, dass Pix die Belange der Stadt vernachlässigt habe. 42 der 53 wahlberechtigten Mitglieder wählten ihn erneut, nur 11 gaben ihre Stimme Timothy Simms. Als dann auch noch der bisherige Zweitkandidat Helmut Thoma nach dem zweiten Wahlgang wiedergewählt wurde, wich die Anspannung langsam aus Pix’ Gesicht.

Dass er vor Tatendrang und Motivation strotzt, war kaum zu übersehen. Vor allem deshalb, weil er es für möglich hält, der CDU das Direktmandat abzunehmen. "Die letzten Umfragen sehen gut für uns aus", sagte Reinhold Pix.

Autor: Ines Fuchs