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10. Februar 2012

"In 600 Metern Tiefe merkt man die Minusgrade nicht"

BZ-INTERVIEW mit Bäderchef Rolf Rubsamen über eingefrorene Leitungen, Eishaare und Winterschwimmen im Außenbecken.

  1. Rolf Rubsamen Foto: Markus Donner

  2. Warmes Wasser, kalte Luft: Da dampft es gewaltig. Foto: Kur und Bäder GmbH

BAD KROZINGEN. Sibirische Kälte in Südbaden, da wärmt allein der Gedanke an ein heißes Bad. Wer keine Badewanne hat, könnte eines der Thermalbäder besuchen. Zum Beispiel die Vita Classica in Bad Krozingen. Dort kann man sogar draußen schwimmen. Doch geht das auch bei den eisigen Temperaturen? Oder ist das Thermalwasser runtergekühlt? Das wollte Yvonne Weik von Rolf Rubsamen, dem Geschäftsführer der Kur und Bäder GmbH, wissen.

BZ: Sind bei Ihnen auch schon die Wasserleitungen eingefroren oder kann man in Bad Krozingen noch baden?
Rolf Rubsamen: (lacht) Nein, man kann bei uns überall baden. Allerdings sind zwei Dinge eingefroren: die Frischwasserleitung am Wohnmobilstellplatz und eine Leitung im Ayurveda-Garten. Da steht normalerweise eine Holzwanne mit Thermalwasser.
BZ: Bei den Temperaturen gefrieren ja nicht nur Leitungen. Wenn man draußen schwimmen geht, passiert mit nassen Haaren dasselbe.
Rubsamen: Die Haare gefrieren? Dann muss man eben einfach wieder untertauchen. Wir haben in den Außenbecken 34 Grad, da taut alles schnell wieder auf.

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BZ: Das heißt, man kann in der Vita Classica auch bei Minusgraden draußen schwimmen?
Rubsamen: Selbstverständlich. Man kommt ja von innen in die Außenbecken, da ist das kein Problem. Nur den kleinen Whirlpool haben wir geschlossen. Das machen wir im Winter immer so, wegen der Kälte und der Glättegefahr. Besucher müssen nämlich ein paar Meter im Freien hinlaufen. Das ist dann doch zu kalt.
BZ: Was ist denn der wärmste Ort?
Rubsamen: Eine unserer Saunen, da haben wir 95 Grad. In den Thermen ist es die Kuppelhalle mit 36 Grad warmem Wasser.
BZ: Kommt bei den eisigen Minusgraden das Thermalwasser kälter aus der Quelle?
Rubsamen: Nein, das Wasser kommt aus 600 Metern Tiefe. Da merkt man von Minusgraden nichts. Unser Thermalwasser ist immer 38 Grad warm.
BZ: Sie müssen also nicht mehr einheizen?
Rubsamen: Das Wasser nicht, aber das Gebäude muss natürlich etwas mehr geheizt werden. Die Menschen haben ja jetzt ein anderes Wärmeempfinden. Da heizen wir etwa ein halbes Grad bis ein Grad mehr ein.
BZ: Lockt die Aussicht auf ein heißes Bad bei der Kälte mehr Besucher als sonst nach Bad Krozingen?
Rubsamen: Nein, mehr sind es nicht. Wenn es abends glatt ist, dann bleiben die Leute lieber zu Hause am eigenen Ofen. Aber der Betrieb läuft ganz normal. Ob minus zwölf Grad oder zwei Grad plus – für uns sind die Wintertemperaturen kein Problem. Bei 30 Grad Außentemperatur im Sommer ist die Nachfrage natürlich etwas geringer.

Autor: ywe