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07. März 2012

Kernkraftgegner rufen zum Protestmarsch

Grenzüberschreitende Aktion ein Jahr nach Fukushima.

  1. Ulrich Rodewald, Gilles Barth, Jürgen Hauke, Dora Pfeifer-Suger und Franz Schneider organisieren die Aktion. Foto: Volker Münch

MÜLLHEIM. Die Atomkatastrophe von Fukushima jährt sich am 11. März zum ersten Mal. Die französische Politik hat sich von diesem Unglück nicht beeindrucken lassen: Das Kernkraftwerk Fessenheim bleibt trotz Sicherheitsrisiken am Netz. Der Widerstand beiderseits des Rheins ist deshalb ungebrochen. Das Aktionsbündnis "Fessenheim stilllegen. Jetzt!" ruft zum Protestmarsch am 10. März auf.

Gilles Barth, Ulrich Rodewald, Jürgen Hauke und Franz Schneider vom Aktionsbündnis engagieren sich für die Abschaltung des Fessenheimer Meilers und kämpfen gegen Atomkraft. Doch die Stromlobby in Frankreich sei sehr groß, erklärt der Franzose Gilles Barth. Er macht das daran fest, dass in seinem Heimatland Anfang der 70er Jahre Kernkraftwerke wie Pilze aus dem Boden schossen und Stromheizungen wegen des angeblich günstigen und sauberen Stroms flächendeckend empfohlen und subventioniert, auf energetische Sanierungen bis heute aber verzichtet worden sei.

Zwei der ältesten französischen Meiler mit einer langen Mängelliste stehen in Fessenheim. Nach einer Überprüfung durch die französische Atombehörde ASN wurde der Betrieb weiter genehmigt, allerdings mit der Auflage, bei der Sicherheit nachzubessern. "Es ist skandalös, dass das Kernkraftwerk weiterläuft, obwohl die Nachrüstungen noch nicht vorgenommen wurden", kritisiert Jürgen Hauke. "An diesem Atomkraftwerk ist so viel geflickt worden, dass es niemals mehr sicher wird", ergänzt Dora Pfeifer-Suger vom Aktionsbündnis im Pressegespräch.

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Das AKW Fessenheim sei kein nationales, sondern ein internationales Problem, finden die Gegner. Ausdruck dieser Feststellung sei der wachsende Widerstand über die Landesgrenzen von Frankreich, Deutschland und der Schweiz hinweg und die Bündelung der Aktivitäten im trinationalen Aktionsbündnis. "Es wird auf die Bürger ankommen, ob sich in der Zukunft etwas bewegt", glaubt Rodewald. Um ein deutliches Zeichen zu setzen, ruft das Aktionsbündnis zum Protestmarsch am Samstag, 10. März, um 14 Uhr, auf. Treffpunkt ist vor dem Atommeiler Fessenheim. Einen Tag später, am Sonntag, 11. März, soll im französischen Rhônetal zwischen Lyon und Avignon mit einer kilometerlangen Menschenkette für den Atomausstieg geworben werden.

Autor: Volker Münch