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14. Januar 2010

Müllgebühren seit zehn Jahren stabil

Derzeit verschickt die Abfallwirtschaft des Landkreises die Gebührenbescheide und die neuen Marken für die Mülltonnen.

  1. Die Leistung der Müllmänner ist im Landkreis seit zehn Jahren zum gleichen Preis zu haben. Foto: dpa

LANDKREIS BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD. Die Abfallwirtschaft des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald, kurz ALB, verschickt in diesen Tagen die Gebührenbescheide 2010 an Privathaushalte und Gewerbebetriebe. Die Empfänger werden erfreut feststellen: Die Müllgebühren bleiben auch im Jahr 2010 stabil. Damit gab es beim Müll seit dem Jahr 2000 keine Gebührenerhöhung mehr.

10 Jahre stabile Gebühren – das ist eine nicht alltägliche Leistung. Damit werden die Bürger im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald ihren Müll günstiger los als die in der Stadt Freiburg, obwohl die Müllmänner in der Stadt kürzere Wege zurückzulegen haben und obwohl die Stadt für die Verbrennung des Abfalls in der Müllverbrennungsanlage im Gewerbepark Breisgau, offiziell Thermische Restabfallbehandlungs- und Energieerzeugungsanlage/Trea genannt, gleich viel bezahlt wie der Landkreis, nämlich 120 Euro brutto für die Tonne.

Im landesweiten Vergleich nehme der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald einen "guten Mittelplatz" ein, sagt Karl-Heinz Disch, der kaufmännische Leiter der der ALB, einem Eigenbetrieb des Landkreises. In der nördlichen und südlichen Nachbarschaft kommen die Bürger allerdings noch günstiger weg: Emmendingen, die Ortenau und Lörrach gehören zu den Landkreisen im Land, die den Müll am günstigsten entsorgen.

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Zu der ungewöhnlich lang anhaltenden Gebührenstabilität trugen nach Dischs Angaben mehrere Umstände bei. Positiv auf die Kalkulation wirkte sich aus, dass die Preise für Altpapier und Altmetall in den zurückliegenden Jahren stark anzogen. Die Abfallwirtschaft verdiente kräftig am Verkauf der Wertstoffe. Vor einem Jahr brachen die Preise allerdings im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise jäh ein; dieser Vorteil ist jetzt also weggefallen.

Von Bedeutung war auch, so Disch, dass der Landkreis vor Inbetriebnahme der Müllverbrennungsanlage vor sechs Jahren den Müll auf den beiden recht kleinen und deswegen im Betrieb teuren Deponien in Titisee-Neustadt und Neuenburg lagerte (wobei Neuenburg bereits 1997 geschlossen wurde und der Kreis dann für ein paar Jahre die Freiburger Deponie am Eichelbuck mit benutzte). Weil die Deponien teuer waren, wirkte sich dann der Wechsel zur eigentlich teureren Verbrennung nicht negativ aus. Dabei spielte auch eine Rolle, dass die Trea viel günstiger gebaut werden konnte als ursprünglich geplant.

Trotz aller Unwägbarkeiten sieht Karl-Heinz Disch die Chance, dass die Müllgebühren für weitere zwei Jahre auf gleichem Niveau gehalten werden können. Die ALB kann derzeit nämlich auch vom Speck der früheren Jahre zehren. Zwischen 2001 und 2007 seien tendenziell Überschüsse erwirtschaftet worden, sagt Disch. Die würden jetzt wieder abgeschmolzen und es könne sein, dass die noch ein Jahr oder auch zwei Jahre reichen. Der Eigenbetrieb ALB, der zwar rechtlich nicht selbstständig, aber, so Disch, "wirtschaftlich komplett abgekoppelt" sei, dürfe keine Gewinne erwirtschaften und Müll-Geld dürfe auch nicht in andere Bereiche des Landkreises fließen. Wenn Geld übrig sei, dann müsse dies letztendlich den Gebührenzahlern wieder zugute kommen.

Jedes Jahr werden 50 000 Tonnen Müll produziert

Das Einsammeln und Beseitigen des Mülls kostet im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald jährlich rund 17 Millionen Euro. Bezahlt werden damit die Rest-, Bio- und Sperrmüllabfuhr, die Abfuhr der Gelben Säcke, der Betrieb der Recyclinghöfe und die Grünschnittverwertung.

Der Müll, den die rund 250 000 Einwohner des Landkreises jedes Jahr produzieren, kommt auf ein Gesamtgewicht von rund 50 000 Tonnen. Mit 24 000 Tonnen entfällt auf den Hausmüll fast die Hälfte dieser Menge, der Biomüll macht noch 15 500 Tonnen aus, der Sperrmüll 8500 Tonnen.

Eingesammelt wird der Müll von den Firmen Remondis und Sita, die sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen haben. Remondis bedient im wesentlichen das westliche Kreisgebiet, Sita kümmert sich um den Abfall im Dreisamtal und im Schwarzwald.

Den Rechnungen, die derzeit verschickt werden, sind die aktuellen Marken beigelegt, die auf die grauen Tonnen und – soweit vorhanden – die Biotonnen geklebt werden müssen. Insgesamt verschickt die ALB mehr als 70 000 Bescheide. Erfahrungsgemäß gibt es in den ersten Tagen nach dem Versand eine Vielzahl von Rückfragen und Änderungswünschen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abfallwirtschaft des Landkreises nehmen die Anfragen persönlich und telefonisch entgegen und bitten um Verständnis, sollte es zu Verzögerungen kommen. Es sei ratsam, bei Rückfragen einige Tage zu warten oder sich per Fax oder E-Mail an die ALB zu wenden. Bürgerinnen und Bürger, die lediglich eine kleinere oder größere Mülltonne wünschen, sollen einen formlosen Antrag zusammen mit der Müllmarke für das Jahr 2010 an die ALB schicken.

Abfallwirtschaft des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald,

Post: Stadtstraße 2, 79104 Freiburg.
E-Mail: gebuehreneinzug@lkbh.de
Fax: 0761- 2187 8899
Internet: http://www.breisgau-hochschwarzwald.de

DIE MÜLLGEBÜHREN

im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald richten sich in der Hauptsache nach der Größe der grauen Restmülltonne. Wer wenig Müll abliefert, zahlt relativ wenig, wer viel Müll produziert, muss tiefer in die Tasche greifen. Der kleinste Behälter fasst 35 Liter und kostet bei einer Abfuhr alle zwei Wochen 72 Euro im Jahr. In dieser Gebühr ist bereits die Leerung der Biotonne enthalten. Ein 50-Liter-Eimer kostet beispielsweise 103 Euro, 80 Liter sind für 164 Euro zu haben und für 120-Liter-Behälter werden 247 Euro berechnet. Daneben wird eine jährliche Grundgebühr in Höhe von 38 Euro pro Haushalt erhoben; sie macht etwa 20 Prozent der gesamten Gebühren aus.  

Autor: dan

Autor: Franz Dannecker