Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

21. Januar 2015

Produktives Miteinander der Genossen

Die Sozialdemokraten im Landkreis begrüßten das neue Jahr mit Gastredner Peter Friedrich .

  1. Kreisvorsitzende Birte Könnecke mit Europaminister Peter Friedrich beim Neujahrsempfang der Kreis-SPD in Kirchzarten. Foto: Julius Steckmeister

BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD. Eine alte Tradition wiederbelebt hat der Kreisvorstand der SPD mit der Ausrichtung eines Neujahrsempfanges. Birte Könnecke, seit September 2014 neue Kreisvorsitzende, konnte jetzt im Gasthaus Himmelreich rund 100 Genossen begrüßen. Sie waren gekommen, um einem Vortrag von Europaminister Peter Friedrich zum Thema Freihandelsabkommen zu lauschen – aber vor allem, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

27 SPD-Ortsvereine gibt es in den zehn Wahlkreisen des Landkreises, dessen äußerste Zipfel runde 60 Kilometer voneinander entfernt liegen. Umso mehr freute sich Birte Könnecke nicht nur über die zahlenmäßig unerwartet große Resonanz auf die Einladung zum Neujahrsempfang, sondern auch darüber, dass Parteimitglieder aus nahezu allen Winkeln des Landkreises nach Kirchzarten gefunden hatten. Denn, so Könnecke in ihrer Begrüßungsansprache, "die Verbesserung der Zusammenarbeit" innerhalb des Landkreises stünde ganz oben auf der Agenda des Kreisvorstands.

Neben den Genossen von der Basis hatte es sich auch die SPD-Politprominenz nicht nehmen lassen, an dem "Come together" teilzunehmen. Neben dem Festredner des Abends, dem Minister für Bundesrat, Europa und Internationale Angelegenheiten in Baden-Württemberg, Peter Friedrich, waren auch die Bundestagsabgeordneten Rita Schwarzelühr-Sutter und Gernot Erler sowie die Landtagsabgeordneten Gabi Rolland und Christoph Bayer ins "Himmelreich" gekommen.

Werbung


Abstand nehmen von der "Dagegen-Mentalität"

"Wir haben das neue Jahr schon gut genutzt", freute sich Könnecke über das produktive Miteinander im neuen Kreisvorstand. Bei der ersten Arbeitssitzung im neuen Jahr sei es zum einen um die Strukturierung der Zusammenarbeit, zum anderen um das Herausarbeiten der Themenschwerpunkte für das laufende Jahr gegangen, berichtete Könnecke. Direkt in die Ortsvereine kommen künftig die Kreisvorstandssitzungen, die monatlich rollierend in den vier Regionen des Landkreises stattfinden und jeweils zu einem Themenschwerpunkt ausgerichtet werden. "Im Januar beginnen wir in Müllheim mit dem Thema Flüchtlingsunterbringung, im Februar werden wir in Merdingen sein und uns mit einem Verkehrsthema, speziell dem Disco-Bus und den Auswirkungen der Neugestaltung auf das Freiburger Umland beschäftigen." Im März sei geplant, die Schulpolitik im Bereich Lenzkirch und Neustadt unter die Lupe zu nehmen, "im April widmen wir uns dann der Energiepolitik im Münstertal", kündigte die Kreisvorsitzende feststehende Themenkomplexe und Veranstaltungsorte an.

"Alle Sitzungen sind parteiöffentlich, die Ortsvereinsvorsitzenden erhalten immer eine Einladung, die sie bitte an interessierte Genossinnen und Genossen weiterleiten mögen. Zusätzlich bekommen vor Ort jeweils alle Mitglieder des Ortsvereins eine Einladung. Damit hoffen wir, die Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Parteiverbessern zu können", beschrieb Könnecke das neue Miteinander.

Für 2015 rief sie dazu auf, von der "Dagegen-Mentalität" Abstand zu nehmen und stattdessen mit einem "Wir sind dafür" in das neue Jahr zu starten. Zudem sollte sich die Sozialdemokratie um das verdient machen, was ihr besonders am Herzen liege, "mehr soziale Wärme".

Ein humoriges Grußwort gab es von Kirchzartens Bürgermeister Andreas Hall, bevor Peter Friedrich mit seiner lebendigen Vortragskunst versuchte, den Freihandelsabkommen TTIP und CETA ihren Negativ-Nimbus zu nehmen und sie stattdessen als globale Spielregeln für die Weltwirtschaft darzustellen. "Wir müssen der Globalisierung Regeln geben. Europa ist keine Insel der Glückseligen, auf die wir uns zurückziehen können", lautete das Credo des Ministers, der sich beispielsweise einen internationalen Handelsgerichtshof unter dem Dach der WTO vorstellen könnte.

Anschließend blieb nicht nur Raum für eine angeregte Diskussion, sondern vor allem reichlich Zeit, die die Genossen nutzten, um im gemeinsamen Gespräch zusammenzuwachsen.

Autor: Julius Steckmeister