Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

07. April 2010

SOS-Weißstorch wieder im Aufwind

Ein neuer Vorstand kümmert sich um Mitglieder und Störche im Breisgau / 2009 war ein ganz besonderes Storchenjahr.

  1. Störche haben sich 2009 auf einer Matte in Buchbach versammelt, um nach der Mahd frisches Futter zu finden. Foto: karlheinz scherfling

MARCH. Die Mitglieder von SOS Weißstorch Breisgau hatten in jüngster Zeit einige Sorgen. Zum einen beeinträchtigte der lange schneereiche Winter in der Rheinebene die Rückkehr der Störche zu ihren Nestern, zum anderen war der Verein seit fast einem Jahr ohne Vorsitzenden. Jetzt hat sich beides zum Besseren gewendet. Zahlreiche Störche sind bereits wieder zu ihren Horsten zurückgekehrt, und der Verein hat einen neuen Vorstand.

Über viele Jahre wurden im Breisgau Störche sofort mit dem "Storchenvater" Hagen Späth in Verbindung gebracht. Er war der Motor von SOS Weißstorch, kannte jedes Nest, baute viele neue, kontrollierte und beringte den Nachwuchs. Als Rentner war er in den Sommermonaten oft ganztags in Sachen Störche unterwegs. Vor einem Jahr kurz nach der Hauptversammlung des Vereins, in der er als Vorsitzender wiedergewählt wurde, teilte er den Mitgliedern mit, dass er aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nicht mehr ausüben dürfe. Seine beiden Stellvertreter Gustav Bickel und Martin Kury organisierten fortan die Arbeit.

Die Hauptversammlung, die unlängst in March stattfand, hatte so viele Besucher wie noch nie, wie Gustav Bickel, der neue Vorsitzende im Gespräch mit der BZ berichtete. Das war vor allem die Folge einer Aktion im vergangenen Herbst. Die Vereinsführung, deren Mitglieder berufstätig sind, hatte rasch erkannt, dass sie die Arbeit Hagen Späths auf Dauer nicht nebenher erledigen könne. Deshalb suchte sie Helfer in den Gemeinden, wo sich Störche heimisch fühlen, die selbstständig die Verantwortung für die Nester übernehmen sollten.

Werbung


In einem Lehrgang wurden Nestbau und Pflege gezeigt. Aus 30 angeschriebenen Gemeinden kamen 28 Interessenten, darunter zahlreiche Bauhofmitarbeiter und Feuerwehrmänner. Und von diesen waren viele zu der Hauptversammlung gekommen.

Im vergangenen Jahr wurden 132 Jungstörche beringt

Das schwierige Vereinsjahr war zugleich aber ein hocherfreuliches Storchenjahr, berichtete Gustav Bickel. Von den 58 Horsten in 38 Ortschaften im Breisgau waren 45 belegt. 132 Jungstörche konnten von Gustav Bickel und Gottfried Nauwerk beringt werden. Durchschnittlich gab es 2,9 Jungstörche pro Nest. Zu Martin Kury, der die Storchenstation in Reute betreut, wurden 19 Jungstörche gebracht. 14 von ihnen konnten groß gezogen und am 13. August 2009 ausgewildert werden. Martin Kury und seine Helfer bekamen übrigens im Sommer den Preis der "Meisterstiftung" Reute.

Einstimmung wurde der neue Vorstand gewählt: Vorsitzender Gustav Bickel (Opfingen), Stellvertreter Martin Kury (Reute), zweiter Stellvertreter Manfred Lay (Bötzingen), Schriftführerin Barbara Bickel (Opfingen), Kassierer Peter Ochs (Merdingen), Kassenprüfer Hans Müller und Martin Schweizer (Hugstetten). Beisitzer sind die jeweiligen "Ortskassenführer".

Außer der laufenden Arbeit mit den Störchen will der Vorstand seine Homepage aktualisieren und verstärkt Werbung machen, denn der Verein sei auf Spendengelder angewiesen, wie Gustav Bickel sagte. Allein rund 8000 Euro werden für Futter gebraucht. Die Voliere in Reute soll erweitert werden und für die Vogelbe-obachtung sei ein Spektiv erforderlich. In Opfingen soll auch ein storchengerechtes Biotop angelegt werden.

SOS Weißstorch Breisgau e.V.: Vorsitzender Gustav Bickel, Freiburg-Opfingen, Telefon 07664/4644.

Spendenkonto: Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau, Konto-Nr. 2147851, BLZ 680 501 01

Autor: Karlheinz Scherfling