SPD will Position beziehen gegen rechts

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 29. März 2018

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Kreisverband erinnert bei einer Kundgebung in Ihringen an Otto Wels letzte Rede im Reichstag.

IHRINGEN (BZ). Rund 80 Menschen folgten einem Aufruf der SPD und nahmen auf dem Ihringer Synagogenplatz den 85. Jahrestag der letzten freien Rede von Otto Wels im Reichstag im März 1933 zum Anlass, um gegen rechts Stellung zu beziehen. So heißt es in einer Mitteilung des SPD-Kreisverbands. "Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht." An diese bekannte Zeile aus der Wels-Rede, in der er im Namen der SPD das "Ermächtigungsgesetz" abgelehnt hatte, erinnerte die SPD-Kreisvorsitzende Birte Könnecke in ihrer kurzen Ansprache. Als Wels diese Rede hielt, sei es schon zu spät gewesen und die große Katastrophe des 20. Jahrhunderts sei nicht mehr aufzuhalten gewesen. Birte Könnecke zitierte an dieser Stelle Erich Kästner, der einst die Meinung geäußert hatte, der Nationalsozialismus sei nur bis 1928 zu stoppen gewesen. Es sei deshalb jetzt wichtig, gegen die aufkommende Gefahr von rechts zu kämpfen: "Die Frage ist nicht ’Was tun?’, sondern die Antwort ist ’Was tun!’", so Birte Könnecke.

Clara Heckmann und Oswald Prucker wollten mit einem "Quiz" darauf aufmerksam machen, wie weit rechtes Gedankengut bereits wieder auf dem Vormarsch ist. "Wer hat’s gesagt? AfD oder NSDAP?" lautete die Frage. Sie lasen dreizehn Zitate vor und ließen die Besucher raten, aus welcher Zeit sie stammen. Das Ergebnis: Die Sprache der Zitate sei sich so ähnlich, dass es eigentlich zu jedem Zitat immer Stimmen für beide Richtungen gab. "Sprache entlarvt und die Sprache dieser Zitate entlarvt Nazis", so Oswald Prucker in der Mitteilung.

Die Landtagsabgeordnete Sabine Wölfle berichtete über ihre Erfahrung mit der AfD-Fraktion im Landtag. Inhaltlich komme von der Fraktion nicht viel, dafür würden Ordnungsrufe ignoriert und Redezeiten überzogen. Ihre These: "Rechtsparteien fanden immer ihre Wähler. Es wurde rechts gewählt, wenn es ein Angebot gab. Früher waren das Republikaner und NPD. Heute ist es die AfD." Deshalb sei es auch wichtig, "dass Demokraten Haltung zeigen".

Eingerahmt wurde die Mahnwache durch die Musik von Mike Schaefer, der eine Mischung deutscher und englischer Songs ausgesucht hatte, die er zwischen die Wortbeiträge einstreute.