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18. Januar 2012
Tausend ehrenamtliche Stunden
Beim Bezirkstag präsentierten die Landfrauen ihre Arbeit und aktuelle Themen – und lockten damit viele Besucher .
IHRINGEN. Vielleicht lag es am Gastreferenten, dem Klinikseelsorger Josef Epp und seinem Thema "Burnout", vielleicht auch am steigenden Interesse an der Arbeit der Landfrauen: Die Kaiserstuhlhalle in Ihringen war voll am vergangenen Samstag. Etwa 600 Personen besuchten dort den Bezirkstag der Landfrauen des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald.
Unter den Gästen waren neben Vertretern der Kirchen, der Kommunalpolitik und einigen Fachbehörden aus dem Landkreis auch die Landtagsabgeordnete Bärbl Mielich (Bündnis 90/Grüne), Christoph Bayer (SPD) und Patrick Rapp (CDU).Stimmungsvoll war der Auftakt mit der Flamencogruppe "Condela de la Noche". Die Tänzerinnen zeigten eine auffallend stolze und selbstbewusste Haltung.
Dies mag wohl die Verbindung zu den Landfrauen in Südbaden sein, die in vielen tausend ehrenamtlich geleisteten Stunden Bürger und Politiker sensibilisieren, als Verbraucher die heimische und regionale Produktvielfalt wertzuschätzen. Betrachtet man die im Jahr 2011 von allen Ortsverbänden angebotenen 14 000 Bildungsveranstaltungen, so wird die starke Rolle deutlich, die die Landfrauenverbände in Wirtschaft und Politik spielen – eine Rolle, die sie mit Stolz und Selbstbewusstsein erfüllen darf.
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Gastreferent Josef Epp griff mit seinem Vortrag "Burnout – und wie ich ihn vermeide" ein populäres Thema auf. Fast 90 Minuten lang lauschte das Publikum konzentriert und teilweise sichtlich bewegt den Worten des Religionslehrers und Klinikseelsorgers an der Kreisklinik Unterallgäu. Epp machte deutlich, dass Menschen in dieser schnelllebigen Zeit ihre Kraftreserven ohne schlechtes Gewissen auffüllen sollten. Zum Beispiel, indem sie Beziehungen und Gespräche mit anderen Mensch aufbauen und pflegen, oder sich Zeit nehmen für Stille und das Nachdenken über den Sinn des eigenen Lebens.
Wichtige Themen sprach auch Gerda Kümmerle, ehemaliges Vorstandsmitglied des Landfrauenbezirksverbandes aus Merdingen, in der Podiumsdiskussion an. Die Landfrauen wählten damit eine etwas aufgelockerte Form, als die üblichen Grußworte. Bärbl Mielich berichtete, dass bis 2013 mehr als doppelt so viel Geld für die Förderung von Krippenplätzen für Kleinkinder ausgegeben werde wie bisher. Gemeinsam mit den Kommunen solle es gelingen, dass immer weniger Frauen gerade auf dem Land unentgeltliche Familienarbeit übernehmen. Eine Arbeit, die zudem ohne Anspruch auf Rente bleibt. Christoph Bayer äußerte sich als bildungspolitischer Sprecher über die Einführung der Gemeinschaftsschule an zunächst 30 Standorten in Baden-Württemberg. In dieser Schulform, die als weiterführende Schulform der Klassen 5 bis 10 startet, soll mit modernerer Pädagogik mehr Chancengleichheit erreicht werden. Eine Facette, die Bayer auch in seiner Funktion als Ausschussmitglied für Integration betrachtet.
Nicht weniger aktuell und brisant die Frage an Patrick Rapp, der ausgebildete Forstwirt ist, welche Schäden bei vermehrter Aufstellung von Windkrafträdern zu erwarten seien. Rapp erhob aus forstwissenschaftlicher Sicht keine Einwände gegen eine vermehrte Nutzung der Windenergie, allerdings stehe seine Fraktion in erster Linie für eine breite Aufstellung aller regenerativen Energiearten.
Zum Thema Landschaftsverbrauch verwies August Daiber von der landwirtschaftlichen Abteilung im Landratsamt auf das befristete Grünumwandlungsverbot der Landesregierung, auf Verordnungen des Europaparlamentes sowie auf entsprechende Förderungsprogramme.
Anja Mayer vom "Forum ernähren - bewegen - bilden" berichtete von der Möglichkeit für Grundschulklassen, in Ernährungskursen die heimischen Produkte kennenzulernen.
Autor: Susanne Bremer
