Viel Lob, viel Ehr’ – aber immer noch zu wenig Frauen

Sabine Model

Von Sabine Model

Di, 18. März 2014

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Kreisfeuerwehrverband tagt in Heitersheim / Landratsamt hat mobilen Stromerzeuger für Einsätze angeschafft.

BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD. Heitersheim steht dieses Jahr im Zeichen der Feuerwehr. Im Oktober ist die Stadt Ausrichter der sogenannten Rescue Days, die als weltweit größte Ausbildungsveranstaltung für technische Hilfeleistung gelten. In diesem Zusammenhang holten der Heitersheimer Kommandant Kai Ullwer und Bürgermeister Martin Löffler erstmals die Hauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbands (KFV) in die Malteserhalle. Hier wurde der ehemalige Kreisbrandmeister Hansjörg Hagenbach zum Ehrenmitglied des Verbandes ernannt.

Nachdem die Zahl der Aktiven im Vorjahr leicht rückläufig gewesen ist, zählte der Verband 2013 mit 3871 ebenso viele wie 2011. Allerdings musste auch mit 2624 Gesamteinsätzen ein Höchststand bewältigt werden, wie Verbandsvorsitzender Markus Riesterer berichtete. Die Zahl der Frauen in Wehren habe sich im Landkreis in neun Jahren zwar verdoppelt, liege aber mit 2,8 Prozent immer noch unterm baden-württembergischen Schnitt von 4,3 Prozent. Man müsse die Frage nach Migranten stellen, ältere Kameraden länger einbinden und intelligente Konzepte für Berufstätige entwickeln, sagte Riesterer zur Frage, wie Wehren zu Aktiven kommen. Das Feuerwehr-Ausbildungszentrum im Gewerbepark soll ihm zufolge erweitert werden. Es bekomme damit Potenzial für eine Landes-Pilotanlage. Um weiterhin "Fit for Firefighting" zu sein, werde ein neuer Sportbeauftragter gesucht. Daneben sei die Musik ein wichtiger Faktor, so Riesterer, der den Neuenburger Spielmannszug wegen seiner Wettbewerbserfolge hervorhob.

Stolz zeigte sich Riesterer über das erarbeitete Modulare Ausbildungspapier. Geregelt seien darin die einheitliche Ausbildungsvergütung sowie eine neue Dienstkleidung für Ausbilder und Führungsgruppen. Die Empfehlung über die Höhe der Aufwandsentschädigung für Feuerwehr- und Abteilungskommandanten sei in vielen Kommunen bereits realisiert worden. In der Umsetzungsphase befinde sich t die Einführung der neuen Software MP Feuer zur Unterstützung der Verwaltung und Organisation der Wehren, informierte Riesterer. Geschäftsführerin Kathrin Hummel dokumentierte eine gesunde Finanzlage mit soliden Rücklagen.

Seit 40 Jahren gewährleiste der KFV flächendeckend Sicherheit und trage dazu bei, dass der Landkreis zusammenwachse, sagte Landrätin Dorothea Störr-Ritter. Sie hob dabei die Jugendarbeit hervor, insbesondere die Gründung von drei Kinderfeuerwehren binnen eines Jahres. Als unersetzlich bezeichnete sie die Arbeit der Seelsorger und Fachberater, die Unterstützung bei schweren Einsätzen leisteten. Zur Integrierten Leitstelle betonte Störr-Ritter, dass diese gut angelaufen sei, notwendige Technik nachgezogen würde und ständige Überprüfungen angeordnet seien. Für größere Einsätze hat der Landkreis für den Verband einen mobilen Stromerzeuger angeschafft. Die Landrätin hatte Schlüssel für Notstromerzeuger zu übergeben: Sie gingen an die Kommandanten Andreas Grozinger aus Neuenburg und Jens Lapp aus Gundelfingen.

Bundestagsabgeordneter Armin Schuster (CDU) versprach, sich für die Anschaffung von Sonderfahrzeugen, die vom Bund finanziert werden können, einzusetzen. Landespolizeipräsident Bernhard Rotzinger dankte der Wehr für die kompetente Kooperation, DRK-Kreisgeschäftsführerin Gerlinde Engler für die kurzen Dienstwege und der Marcher Bürgermeistersprecher Josef Hügele für das ehrenamtliche Engagement. 2015 tagt der Verband in Ehrenkirchen.