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08. Februar 2012

"Was gegen Wärme gut ist, hilft auch gegen Kälte"

KURZ GEFRAGTbei Kreisbrandmeister Alexander Widmaier.

  1. Alexander Widmaier Foto: bz

BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD. Die anhaltende Kälte macht in diesen Tagen nicht nur Frierenden zu schaffen, sondern auch der Feuerwehr. Darüber hat BZ-Redakteurin Kathrin Blum mit Kreisbrandmeister Alexander Widmaier gesprochen.

BZ: Herr Widmaier, bei diesen Temperaturen kann das Löschwasser gefrieren. Arbeiten Sie bei Frost unter erschwerten Bedingungen?

Alexander Widmaier: Es kann natürlich vorkommen, dass wir im Brandeinsatz Probleme bei der Wasserentnahme bekommen – etwa, weil offene Gewässer zugefroren oder Unterflurhydranten zugeeist sind. Ist Letzteres der Fall, können wir mit dem Gasbrenner Hydrantendeckel erwärmen, um an Wasser zu kommen.

BZ: Aber selbst in den Schläuchen kann es gefrieren.

Widmaier: Das versuchen wir zu verhindern, indem wir permanent für Durchfluss sorgen. Andernfalls könnte es im Extremfall passieren, dass die Schläuche platzen. Aber so weit wollen wir es natürlich nicht kommen lassen.

BZ: Sind die Feuerwehrleute in ihrer Arbeitskleidung gut gegen die Kälte geschützt?

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Widmaier: Was gegen Wärme gut ist, hilft auch gegen Kälte. Wir haben spezielle Schutzkleidung für Brandeinsätze, die halten kurzfristig ein paar hundert Grad aus. Diese Kleidung isoliert auch gegen Kälte. Aber: Wir müssen die Leute im Einsatz früher austauschen, wenn sie unter extremen Bedingungen arbeiten – im Sommer bei großer Hitze genauso wie bei sehr frostigen Temperaturen.

BZ: Nicht nur für Sie und Ihre Kollegen, sondern auch für jene, die Sie retten, ist die Kälte anstrengend.

Widmaier: Ja, gerade Verkehrsunfälle, zu denen es auf glatten Straßen ja auch öfters kommt, sind problematisch. Bei verunglückten Personen, besonders Schwerverletzten, besteht die große Gefahr der Unterkühlung. Aber auch bei Bränden muss schnell gehandelt werden, damit Betroffene nicht zu lange der Kälte ausgesetzt sind.

BZ: Was machen Sie in so einem Fall?

Widmaier: Wir versuchen, meistens gemeinsam mit dem Rettungsdienst, diese Menschen so schnell wie möglich im Warmen unterzubringen, notfalls vorübergehend im Feuerwehrfahrzeug.

BZ: Apropos Fahrzeuge – wie gut sind die Einsatzwagen für den Winter ausgerüstet?

Widmaier: Sie sind gut ausgestattet, in den höheren Lagen des Landkreises stehen die Fahrzeuge bei Bedarf mit Schneeketten in ihren Gerätehäusern.

BZ: In den niedrigeren Regionen des Kreises ist Schnee derzeit kein Thema, stattdessen treten wegen der wachsenden Eisschicht Bäche und Flüsse über die Ufer.

Widmaier: Ja, wir hatten deshalb schon einige Einsätze – und das wird jetzt wohl auch noch vermehrt auf uns zukommen. Vor allem wenn Tauwetter einsetzt, könnte es problematisch werden. Die zuständigen Kommunen und Behörden beobachten die Situation.

Alexander Widmaier (54) ist seit fünf Jahren Kreisbrandmeister und betreut gemeinsam mit seinen fünf Stellvertretern im Landkreis 49 Gemeindefeuerwehren, die aus 117 Abteilungen mit rund 4000 aktiven
Feuerwehrmitgliedern bestehen.


Autor: kbl