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02. Februar 2012 17:54 Uhr

Bronze im Eishockey

Wie Thea Hoppe die Olympischen Jugendspiele erlebte

Thea Hoppe, 17-jährige Eishockeyspielerin des EHC Freiburg, hat an den Olympischen Jugendspielen in Innsbruck teilgenommen. Der Lohn: Bronze – und ein unvergessliches Erlebnis.

  1. Eishockey-Talent Thea Hoppe aus Heitersheim bei der Bronze-Medaille, die sie bei den Olympischen Jugend-Winterspielen gewonnen hat. Foto: Sabine Model

Sie strahlt. Ist es der Olympische Gedanke, der das bewirkt? In der Tat: "Es war schön, dabei zu sein", sagt Thea Hoppe. Ihre Augen leuchten und ihr ganzes Gesicht strahlt dabei, sie lässt einen die ganze Begeisterung spüren, wenn sie von einem "einmaligen Erlebnis" spricht. Die 17-jährige Eishockeyspielerin des EHC Freiburg hat bei den Olympischen Jugend-Winterspielen in Innsbruck teilgenommen.

Mitten in ihrem Snowboard-Urlaub hatte Thea Hoppe die Nachricht erreicht, dass sie mit der deutschen U-18 im Januar für zehn Tage nach Innsbruck reisen wird. Wie wichtig dafür die Urlaubsplanung sein kann, zeigte sich rückblickend. Wäre Familie Hoppe im Rekordsommer 2003 nicht nach Füssen gereist und hätte mit einem Besuch der Eishalle etwas gegen die Hitze getan, wer weiß, ob Thea Hoppe Jahre später in Tirol dabei gewesen wäre. Ein Eishockeyspiel weckte die Lust ihres Bruders auf die Jagd nach dem Puck – in Freiburg ging zunächst er, danach auch der jüngere Bruder aufs Eis. "Dann hab ich halt auch gesagt, dass ich mitmache", erinnert sich Thea Hoppe.

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Einfach war ihr Weg indes nicht. Der EHC war zwar der erste Verein, der eine Frau im Profi-Bereich eingesetzt hatte. Doch weiblicher Besuch im Nachwuchs? Familie Hoppe musste sich anfangs dafür einsetzen, dass ihre Tochter am Trainings- und Spielbetrieb mitwirken durfte. Mittlerweile spielt sie für die Freiburger Schüler-Mannschaft und holt sich bei den Landesliga-Frauen des ESC Hügelsheim die notwendige Spielpraxis. Ihren Lieblingssport in Freiburg und Hügelsheim sowie ihre Ausbildung zur Industriemechanikerin bei der Auma und der Berufsschule in Müllheim unter einen Hut zu bringen, das stellt für die 17-Jährige aus Heitersheim schon eine zeitliche Herausforderung dar. Ihrer Olympia-Teilnahme stand das aber nicht im Wege.

Wie es sich für solch ein Turnier gehört, waren die Nachwuchstalente in einem Olympischen Dorf untergebracht. "In das Dorf konnten nur die Athleten und Betreuer rein, und zwar nur mit einer Akkreditierung. So waren die Athleten unter sich und man konnte die anderen Nationen kennen lernen", sagt Hoppe. Allerdings hatten die Eishockeyteams ein straffes Programm. "Wir hatten entweder Training oder Spiel." Einen freien Vormittag konnte Hoppe aber nutzen, um wenigstens dem Skispringen beizuwohnen. Einen Nachteil hatte der Besuch indes: "Wir mussten morgens um 6:30 Uhr aufstehen", fügt Hoppe mit einem Lachen hinzu. "Aber das war trotzdem toll."

Teamgeist und gegenseitigen Respekt wollte das IOC an den Jugendspielen betonen. Doch wie war es auf dem Eis? "Der Wettkampf stand schon im Vordergrund. Aber es blieb alles im Rahmen", sagt Hoppe. Silber hatten die DEB-Frauen anvisiert. Letztlich scheiterte Deutschland an Gastgeber Österreich. "Aber mit Bronze sind wir sehr glücklich. Unter die ersten Drei zu kommen, da sind wir schon sehr stolz drauf", machte sich bei Hoppe und ihrem Team nicht Enttäuschung, sondern Freude breit.

Ob indes der Presserummel überschaubar war? "Es war sehr viel Presse vor Ort, überall waren Kameras. Nach den Spielen mussten wir durch die Pressezone, wo wir interviewt wurden.", zeigt sich die 17-Jährige vom Medienaufkommen doch beeindruckt. "Überschaubar war das nicht mehr", wirft Hoppe lachend hinterher." Schlussendlich war es ein unvergessliches Erlebnis. Mit einem Lächeln auf den Lippen sagt die erst 17-Jährige: "Ich habe bereits überlegt: Das war vielleicht schon der Höhepunkt meiner Eishockeykarriere."

Hohe Ziele hat sie aber weiterhin: "Ich würde mir wünschen, dass ich mal an den Olympischen Spielen teilnehmen kann. Oder zumindest in der Nationalmannschaft zu spielen. Aber ich würde sagen, dass ich schon viel erreicht habe. An Olympia teilgenommen zu haben, das kann nicht jeder von sich behaupten." Der Olympische Gedanke ist bei Thea Hoppe zweifelsohne angekommen. So fällt ihr Fazit positiv aus. "Die Winterspiele waren super, sehr gut organisiert und es hat unglaublich viel Spaß gemacht." Ob die Jugend ihr eigenes Olympia gefeiert hat? "Ja!", erwidert Hoppe sofort. "Auch die Abschlussparty war riesig." Und da ist es wieder: dieses strahlende Lachen.

Autor: Matthias Konzok