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20. August 2008 14:05 Uhr
Siegfried Göpper gegen das AKW Fessenheim
"Atomkraft ist unverantwortlich"
Die sofortige Stilllegung des französischen Atomkraftwerks Fessenheim fordert der Trinationale Atomschutzverband (TRAS). Bei der TRAS engagiert sich auch Siegfried Göpper. Eva Spittka sprach mit dem 79-jährigen Weisweiler, der Inhaber einer Mühle ist.
BZ: Aus welchen Gründen engagieren Sie sich bei der TRAS?
Göpper: Ich beschäftige mich mit der Atomtechnologie schon seit 50 Jahren. Am Anfang war auch ich dafür, diese Art von Energie zu nutzen, aber als Fachleute mich darauf aufmerksam machten, dass Atomkraft zu gefährlich sei, bin ich stutzig geworden. Atomkraft ist eine unverantwortliche Energiebereitstellung. Deswegen habe ich mich auch vor 35 Jahren gegen das geplante Atomkraftwerk in Wyhl ausgesprochen. Wir mussten kämpfen. Damals hatte man sogar schon mit der Bauplatzrodung begonnen, aber der Protest der Bevölkerung hat gewirkt. Dieser Kampf war nicht umsonst.
BZ: Wie sah der Protest in Wyhl aus? Viele Jüngere wissen davon nur wenig.
Göpper: Die Bürger mussten alleine aufstehen und sich wehren. Die Menschen mussten den Protest selbst organisieren, weil sich darum keine Partei gekümmert hat. Seitdem gibt es auch die Bürgerinitiativen, aus denen die heutigen Grünen entstanden sind.
BZ: Wenn Sie an das Atomkraftwerk Fessenheim denken, wie sehen da Ihre persönlichen Befürchtungen aus?
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BZ: Wieso denken Sie, dass in Frankreich weiter auf Atomkraft gesetzt wird?
Göpper: In Frankreich hält man Technik für machbar. Die Lobby der Atomindustrie ist stark. Die französischen Wähler sind jetzt wahrscheinlich kritischer, aber bei Tschernobyl 1987 hätte man meinen können, die radioaktiven Wolken seien nur bis zu uns und nicht bis ins Elsass gekommen.
BZ: Wie schätzen Sie den Erfolg der TRAS bei Ihrer Initiative gegen Fessenheim ein?
Göpper: Wenn sich noch ein paar Dinge ereignen, wenn in Frankreich etwas Ernsthafteres passiert, dann kann sich bei diesem Thema etwas ändern. Die Macht des Geldes ist zu groß. Wir in Deutschland haben leider keine große Möglichkeit, uns gegen Fessenheim zur Wehr zu setzen, weil dieses Atomkraftwerk im Ausland liegt. Aber es ist wichtig, dass man bei den Menschen darauf achtet, was sie machen und nicht was sie sagen.
BZ: Wie bringen Sie jüngeren Menschen die von Ihnen befürchtete Gefahr von Atomkraftwerken argumentativ näher?
Göpper: Atomkraft ist eine menschen- und umweltfeindliche Technologie. Die Atomkraftwerke werden immer älter. Fessenheim ist ein Greis. Wenn noch einmal etwas passiert wie in Tschernobyl, wäre Baden-Württemberg passé. Wir haben uns mit unserem Kampf gegen das Atomkraftwerk Wyhl auch für die jungen Menschen eingesetzt, weil wir der Jugend keine Hypothek hinterlassen wollten, die nicht bewältigt werden kann.
Autor: xemo
