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20. November 2009
Auferstehung eines exzentrischen Pophelden
Hans-Peter Gill und die "Falco tribute show" finden ihr Publikum.
DENZLINGEN. Wer zum Auftakt seiner Bühnenshow Mozarts kleine Nachtmusik von Band einspielen lässt, der leidet bestimmt nicht an mangelndem Selbstbewusstsein.
Und wer, wie Johann Hölzel, das Studium am Musikkonservatorium schon nach einem Semester über Bord wirft, um "richtiger Musiker zu werden", wird wohl kaum von Selbstzweifel geplagt. So stand einst Falco auf der Bühne und – mehr als ein Jahrzehnt nach dem Unfalltod des begnadeten Musikers – am Freitagabend im Denzlinger Kultur- und Bürgerhaus auch sein Double Hans-Peter Gill.
Gel im Haar, dunkle Sonnenbrille, rote Uniformjacke mit ausführlichem Goldbesatz – schon das Outfit präsentiert einen coolen Typen. Doch die Hommage an den Wiener erschöpft sich nicht in der Äußerlichkeit der Accessoires. Die Reproduktion des Künstlers und seiner Show stimmt bis ins Detail auch in Gestik und Mimik. Nicht nur abgeklärt und arrogant wirkt das, sondern mehr noch schnoddrig, überheblich, auch narzisstisch. Wiener Schmäh auf die Spitze getrieben, wie es sich für einen Exzentriker gehört.
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Dazu ein Sound und eine Stimme, die beinahe Zweifel aufkommen lässt, ob da nicht einer auferstanden ist.
Das Publikum, das spärlich den Saal füllt, ist schnell angetan von der Anerkennung, die Falco und seine Musik in der Show erfahren. Die Songs verfehlen ihre Wirkung nicht, in ihnen ist auch heute noch ihre damals stilprägende Bedeutung zu spüren. Schon mit den ersten Takten hält es einigen Konzertbesucher nicht mehr auf den Stühlen.
So, wie Falcos Musik, seine Texte verstörten, so mitreißend wirken sie auch noch heute. Die Fans des Österreichers kommen voll auf ihre Kosten, nicht nur weil der Kommissar umgeht, Amadeus rockt, ganz Wien im Drogenrausch schwimmt und Jeanny noch immer nicht aufsteht.
Den Held von gestern besangen die "Helden von heute" – zumindest waren dies Hans-Peter Gill und seine Mitstreiter der Falco tribute show im Kultur- und Bürgerhaus am vergangenen Freitag für gut zwei Stunden.
Autor: Markus Zimmermann-Dürkop
