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27. Oktober 2008 15:22 Uhr

SPD-Umfrage zu G 8

"Bankrotterklärung für Schulpolitik"

Eltern im Landkreis Emmendingen stellen dem achtjährigen Gymnasium (G 8) ein schlechtes Zeugnis aus. Das ist ein Ergebnis einer von der SPD-Landtagsfraktion organisierten Befragung.

KREIS EMMENDINGEN (BZ). In einer Pressemitteilung schreibt die SPD-Landtagsabgeordneten Marianne Wonnay, dass 214 Eltern aus dem Landkreis an der Elternbefragung teilgenommen haben. Insgesamt seien im Land 10  000 Fragebögen ausgefüllt worden. Der hohe Rücklauf unterstreiche, so Wonnay, "den riesigen Unmut der Eltern mit der hohen Belastung ihrer Kinder und der gesamten Familie durch das G 8".

Von den Eltern im Landkreis kritisierten zwei Drittel, dass die Belastung der Kinder durch das G 8 zu hoch sei. In 57 Prozent der Fälle hätten die Kinder laut Angaben der Eltern zwischen 41 und 49 Stunden in der Woche mit der Schule zu tun – eingerechnet Unterricht, Hausaufgaben und Lernen. "Wenn ich das mit der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit in Deutschland vergleiche, dann bräuchte es wohl eine Schülergewerkschaft, die für die 35-Stunden-Woche an unseren Schulen kämpft," schreibt Wonnay. Immerhin 93 Eltern gaben an, ihre Kinder hätten wegen der hohen Belastung durch G 8 die Aktivitäten im Sport, im Musikverein oder in sonstigen Freizeitbereichen aufgeben müssen.

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"Wenn auch vier Jahre nach der verbindlichen G 8-Einführung 153 Eltern aus dem Kreis Emmendingen in dem Fragebogen kundtun, sie würden ihr Kind lieber in ein neunjähriges Gymnasium statt in G 8 schicken, dann ist das eine Bankrotterklärung für die Schulpolitik von CDU und FDP", schließt Marianne Wonnay aus der Fragenbogenaktion.

Die SPD-Fraktion hat die von den Eltern in der Umfrage geäußerten Nöte und Wünsche im Stuttgarter Parlament vorgebracht. In der Landtagsinitiative wird die Landesregierung aufgefordert, G 8 grundlegend zu reformieren. Die SPD-Landtagsfraktion hat gefordert, die Stofffülle der Bildungspläne zu reduzieren, den hohen Unterrichtsausfall durch zusätzliche Stellen für Krankheitsvertretungen zu bekämpfen, mit der zweiten Fremdsprache grundsätzlich erst in der sechsten Klasse zu beginnen, die Vergleichsarbeiten nicht zu benoten sowie die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler zu verbessern und dazu die Gymnasien und die anderen Schularten zu echten Ganztagsschulen auszubauen. Grundsätzlich soll nach dem Willen der SPD auch die Wahlmöglichkeit zwischen dem G 8 und einem G 9-Zug gewährleistet werden. "Immerhin ist die Landesregierung schon in einem Punkt dem SPD-Antrag gefolgt," schreibt Wonnay: Vom kommenden Schuljahr 2009/10 an sollen Vergleichsarbeiten nicht mehr benotet werden.

Die Abgeordnete für den Kreis Emmendingen lädt in diesem Zusammenhang zu der Veranstaltung "G8/G9 – wie soll es weitergehen?" ein. Die Tagung wird von der SPD-Landtagsfraktion organisiert und findet am 29. November von 10.15 bis 13 Uhr im Stuttgarter Landtag statt. Anmelden kann man sich per Email unter kontakt@marianne-wonnay.de oder unter Tel.  07641/54484.

Autor: bz