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13. Oktober 2017

Der Austausch ist äußerst lebendig

Rege Kontakte zwischen dem Landkreis Emmendingen, Drom Hasharon in Israel und Palästina.

  1. Blick von Thalita Kumi Richtung Bethlehem, Schulleiter Rolf Lindemann erklärt die Aufteilung israelischer und palästinensischer Gebiete. Foto: Lara

KREIS EMMENDINGEN (BZ). Der Austausch zwischen dem Landkreis Emmendingen und dem Partnerlandskreis Drom Hasharon in Israel sowie dem palästinensischen Talitha Kumi ist rege. Seit dem vergangenen Donnerstag ist einmal mehr eine israelisch-palästinensische Schülergruppe in Emmendingen zu Besuch. Ende Oktober fliegen deutsche Schüler nach Israel und Palästina und kürzlich besuchte eine Delegation des Landkreises Emmendingen Drom Hasharon und Palästina. Zur Reisegruppe zählte neben dem ehemaligen Landrat Volker Watzka, die Sprecher der Kreistagsfraktionen, Landrat Hanno Hurth, Helmut Reibold und Silke Tebel-Haas von der Europa- und Pressestelle des Landratsamts. Sie hat die Eindrücke zusammengetragen.

Am ersten Abend war die Delegation zu einem offiziellen Abend mit Folkloretanz und Chorgesang eingeladen. Moti Delgo, Landrat von Drom Hasharon, sagte, dass "der Freundschaftsbund zwischen dem Landkreis Emmendingen und Drom Hasharon besondere Bedeutung für den Kontakt zwischen den beiden Völkern aufgrund des historischen Hintergrundes hat". Auch Monika Iwersen, stellvertretende deutsche Botschafterin in Israel, lobte die aktive und herzliche Partnerschaft.

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Als beeindruckend erlebte die Gruppe das Gespräch und die Berichte von und mit Nachfahren deutscher Einwanderer, deren Eltern in den 1930er Jahren nach Drom Hasharon geflohen waren.

Anschließend verbrachte die Delegation zwei Tage im evangelischen Schulzentrum Talitha Kumi in Beit Jala im palästinensischen Autonomiegebiet. Von dort aus besichtigte die Gruppe das bekannte "Mauer-Hotel" in Bethlehem. Ganz in der Nähe befindet sich das Caritas Baby Care Hospital, in dem Kinder unabhängig von ihrer Herkunft und Religion aus dem Westjordanland behandelt werden. Auch das Tent of Nation, ein internationales Friedensprojekt, eine halbe Fahrstunde südwestlich von Bethlehem entfernt, konnte besucht werden.

Besonders beeindruckend war das Gespräch mit dem Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung, Michael Borchard, in Jerusalem. Die israelische Gesellschaft werde religiöser und gleichzeitig nationaler, erklärte er. Laut aktuellen Umfragen haben "rund 76 Prozent der Israelis eine sehr hohe Meinung von Deutschen".

Am letzten Abend waren die Gäste in den Garten von Moshe Radomski eingeladen. Moshe hat als Kreisrat von Drom Hasharon den Landkreis Emmendingen bereits sehr häufig besucht. "Sehr beeindruckend, aber auch wichtig, war für mich die Begegnung mit Menschen beider Seiten, sowohl Israelis als auch Palästinenser. Aber der Nahost-Konflikt ist überall zu spüren, es wird leider kaum möglich sein, die Region zu befrieden, das macht sehr nachdenklich", sagt die SPD-Fraktionsvorsitzende Pia Lach, die zum ersten Mal bei einem Besuch in Drom Hasharon dabei war. Joachim Saar, Vorsitzender der CDU-Fraktion, und ebenfalls zum ersten Mal vor Ort ergänzt: "Meine Wahrnehmung ist, dass bei den israelischen Menschen, neben ihrem spürbaren Gefühl, ein Heimatland gefunden zu haben, noch immer der Pioniergeist zu spüren ist, gepaart mit dem Willen, nicht nachzulassen, das Land in friedlicher Koexistenz zu entwickeln und voranzubringen."

Partnerschaft

Im September 2008 wurde die Partnerschaft mit dem Regional Council Drom Hasharon besiegelt. Die Verschwisterung ist eine von vier Partnerschaften (neben Esslingen, Karlsruhe und Ludwigsburg) mit Israel und Kreisen in Baden-Württemberg.  

Autor: bz

Autor: bz