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12. März 2009

Die Musik als Bereicherung und Herausforderung

MENSCHEN IM LANDKREIS: Rudolf Mahni und Katja Schill-Mahni – ein Ehepaar inspiriert die Waldkircher und regionale Kulturszene.

WALDKIRCH. Dieser Wohnraum in seiner Offenheit mit Platz zum Sitzen, Essen und Kochen passt zu dieser Familie. Katja Schill-Mahni und Rudolf Mahni – sie sind Berufsmusiker als Geigerin und Trompeter – erzählen lebhaft, kompetent und interessant. Rudolf Mahni ist als Solotrompeter der Freiburger Philharmoniker engagiert – Musik ist also "etwas ganz Bestimmendes im Leben und mehr als ein Beruf". Das Trompetenspiel hat Mahni mit neun Jahren angefangen, Klavier noch früher. "Bei mir ist das auch nicht anders", ergänzt Katja Schill-Mahni, sie ist stellvertretende Stimmführerin im gleichen Orchester wie ihr Mann.

Für Spitzenleistungen braucht es ständiges Üben. "Ohne das geht es nicht", sagt Rudolf Mahni. Der tägliche Kontakt zum Instrument während der Spielzeit sei selbstverständlich. "Ich will nicht verhehlen, dass das zu Hause nicht immer einfach ist", ergänzt der Trompeter. Seine Frau sagt, es sei einfacher geworden, seitdem die drei Kinder – vier, sechs und neun Jahre alt – morgens aus dem Haus seien: "Die ersten drei Jahre waren hart."

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Rudolf Mahni muss sich regelmäßig mit vier verschiedenen Instrumenten befassen. Am meisten schätzt er die deutsche B-Trompete und freut sich, dass zunehmend "historisch informierte Aufführungspraxis" (also eine Spielweise, die die Zeit des Komponisten berücksichtigt) gefragt ist. Doch auch die Neue Musik habe Herausforderungen zu bieten. Katja Schill-Mahni hat gerade in der Kagel-Oper "Der mündliche Verrat" Geige, Bratsche und Mandoline gespielt: "Da habe ich Blut und Wasser geschwitzt."

Katja Schill-Mahni, deren Eltern aus dem Waldkircher Ortsteil Suggental stammen, bekam als Kind eine für sie "viel zu große Dreiviertel-Geige" geschenkt – eine Herausforderung. Ihr erster Lehrer war Kurt Zierold an der Waldkircher Musikschule. Nach sieben Jahren wechselte sie zu Anton Duma nach Freiburg, studierte dann an der Freiburger Musikhochschule bei Nikolas Chumachenko. Sie habe immer ins Orchester gewollt, sagt die Musikerin. Nach zwei Jahren im Basler Radiosinfonieorchester wechselte sie nach Freiburg. Das sei schon Zufall, in ihrer Geburtsstadt eine Stelle zu finden.

Rudolf Mahni wurde im schwedischen Malmö geboren, kam im Alter von zehn an die Braunschweiger Musikschule, wurde mit 15 Jungstudent in Hannover, ging mit 19 nach Karlsruhe und dann an die Karajan-Akademie nach Berlin – 79 Konzerte mit den Berliner Philharmonikern folgen: "Das Beste, was man kriegen kann." Das Engagement in Freiburg sei Zufall. "Ich bin sehr froh, dass es nicht Magdeburg geworden ist", fügt Mahni hinzu – auch dort war der Musiker zum Probespiel angetreten.

Die beiden Eheleute gehören zu den Musikern, die hinter den "Kammerkonzerten Am Bruckwald" stehen. Entstanden war die Idee nach einem Weihnachtsvorspiel der Waldkircher Musikschule 2006. Inzwischen finden die Konzerte, die die Mahnis gemeinsam mit der Waldkircher Musikerin und Musikwissenschaftlerin Siglind Bruhn organisieren, regelmäßig statt. Rudolf Mahni schwärmt vom dortigen Publikum: Dessen spontane Reaktion übertrage sich auf die Musiker, die sonst übliche Distanz sei aufgehoben, das "hat was von einem Hauskonzert".

Ein anderer wichtiger Partner ist der in Kollnau lebende, badische Landeskantor Professor Carsten Klomp, mit dem Rudolf Mahni eine CD eingespielt hat und immer wieder auftritt. Ist die Musik also der Traumberuf? "Absolut", sagt Katja Schill-Mahni; "ich würde es wieder machen", so Rudolf Mahni.

Konzerte:Rudolf Mahni tritt mit einem Blechbläser-Quintett am Sonntag, 15. März, 11 Uhr, bei der Gemeinschaft "Am Bruckwald" in Waldkirch auf. – Katja Schill-Mahni spielt mit dem Bertold-Quartett Haydns "Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz" am Karfreitag, 10. April, 19 Uhr, in Malterdingen und am Karsamstag, 11. April,19 Uhr, in der evangelischen Kirche Kollnau

Autor: Frank Berno Timm