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13. November 2008
Die Praxis der Malerei ergibt Eindrücke und Einsichten
Nicole Müller, Jörg Bretzinger und Cornelia Frece stellen als "Il Triangolo del Arte" in Waldkirch aus
WALDKIRCH. Vorsicht mit Schubladen: "Il Triangolo del Arte" in der "Artpraxis" stellt, auch wenn es für Nicole Müller, Jörg Bretzinger und Cornelia Frece eine Premiere ist, keine Anfängerausstellung dar. Kaum eine Vernissage der vergangenen Wochen war, wenn man die Räumlichkeiten bedenkt, so unglaublich gut besucht wie diese am Sonntagspätnachmittag. Nicht nur Erwachsene, auch Kinder kamen. Das ist bei Vernissagen eher die Ausnahme. Auch ist es eine Seltenheit, dass ausgezeichnete Musik – geboten von der Mezzosopranistin Katrin Hoos und dem Gitarristen Wolfgang Schubert – und eine kurze, knappe Einführung durch die Lehrerin der drei Künstler, Elisabetha Boreiko, in einem so guten Gleichgewicht zueinander stehen.
Die drei Ausstellenden gehen eigentlich anderen Berufen nach. Jörg Bretzinger ist Tierarzt im Glottertal, Nicole Müller arbeitet als Controllerin, Cornelia Frece ist Hausfrau und zuweilen Optikerin. Alle malen bei Elisabetha Boreiko.
Die Spannweite des in der Ausstellung Gezeigten ist weit: Atmende Landschaften (Bretzinger), Abstrakt-Ungegenständliches (Müller), kühl-sachliche Menschen (Frece). Alles, was sich Handwerk nennt, ist perfekt. Jörg Bretzingers Landschaften wecken Schwarzwald-Assoziationen. Nicole Müller erzählt, sie male auch auf andere Weise. Cornelia Frece erinnert im ersten Anschauen an die kühle, Neue Sachlichkeit eines Georg Scholz – sie beruft sich aber eher auf Vorbilder wie Andreas Feininger (dessen Bilder gerade in Freiburg zu sehen sind) und Edward Hopper (seine Nighthawks – Nachtschwärmer – im Art Institute of Chicago sind ein lange nachwirkendes Erlebnis).
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Günter Hennig sagt zum Auftakt der Vernissage, die "Artpraxis" wolle Künstlern der Region ein Forum geben, ihre Arbeiten zu zeigen. Das ist ihm wieder auf beeindruckende Art gelungen. Einziger Wermutstropfen: Manche Bilder wirken auf sehr unzureichende Art und Weise beleuchtet – aber auch das dürfte den üblichen Realitäten entsprechen: Wo schon ist Kunst immer perfekt inszeniert? Sie soll schließlich mitten ins Leben gehören.
Elisabetha Boreiko sagt zur Einführung, in unserer heutigen Zeit, in der das Streben nach materiellem Reichtum unser Denken und Handeln bestimme, sei es zunehmend von Bedeutung, "sich an den kulturellen Werten zu orientieren und diese festzuhalten". "Il Triangolo del Arte” bietet dafür beste Anhaltspunkte.
"Il Triangolo del Arte”: Artpraxis Waldkirch, Langestraße 51. Samstags 17 bis 20 Uhr, sonntags 16 bis 20 Uhr oder nach Vereinbarung: 0174/3877255
Autor: Frank Berno Timm


