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17. November 2008 14:56 Uhr
Elztalkantorei und -sinfonietta treten auf
Am Samstag und Sonntag geben Elztalkantorei und Elztalsinfonietta zwei anspruchsvolle Konzerte.
WALDKIRCH-KOLLNAU. Die Ansprüche sind hoch. Nicht nur das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozarts Requiem, auch das kurze "Ave verum" aus dem Jahr 1791 bergen hohe Klippen für einen Chor – ganz egal, ob er aus "Laien" oder "Profis" besteht. Die Elztal-Kantorei musiziert beides in ihrem Winterkonzert, dazu Franz Schuberts Unvollendete Sinfonie – eine nicht untypische Programmwahl für Rolf Schweizer. Der weiß seine Chorsängerinnen und –sänger im Gemeindehaus der Paul-Gerhardt-Gemeinde, wo die Kantorei zurzeit probt, immer wieder neu zu motivieren.
Das Einsingen ist kurz, dann arbeitet Schweizer, der die Probe vom Klavier aus leitet und "nebenbei" noch den Korrepetitor gibt, Stück für Stück die einzelnen Teile des Requiems durch. "Sie haben vieles sehr schön gemacht!" – solche und ähnliche Sätze sagt der Kirchenmusiker die kommenden zwei Stunden immer wieder – verbunden mit präzisen Bemerkungen, was noch zu verbessern wäre. Verblüffend einfach und einleuchtend erklärt Schweizer: "Das Schöne beim Singen ist, dass man davon gesund wird." Kurz vor den zwei Aufführungen wirkt der Chor sicher und routiniert – es geht in dieser Probe im wesentlichen um Details.
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Die Frage, welche der Requiem-Fassungen aufgeführt wird, erörtert Schweizer nur am Rande mit der BZ. Dass Mozart das Werk selbst nicht vollenden konnte, ist ja spätestens seit dem grandiosen "Amadeus"-Film auch einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Professor Schweizer sagt, die Aufführung folge den ergänzenden Arbeiten von Joseph Eybler und Franz Xaver Süßmayr.
Mozarts Musik "klappt" auch ohne Orchester. Das Eingangs-"Requiem" singt der Chor auswendig, die Musik wirkt fließend. Rufend sollten seine Sänger singen, sagt er, nicht schreiend. "Sie dürfen hier ruhig etwas Muskelkater bekommen", scherzt der Musiker. Am "Voca me" verweilt Schweizer länger, wird, was Intonation angeht, etwas deutlicher. So vergeht die Probe in höchster Konzentration – eineinhalb Stunden Arbeit an Mozarts Musik, die auch beim Wiederhören voller interessanter Details steckt. Es ist eine seltene Gelegenheit, einem motivierten Chor so nah zu sein wie in dieser Probe.
Bevor es an Mozarts "Ave verum" geht, probiert Schweizer mit der Elztalkantorei Musik aus seiner Feder für einen Gottesdienst. Hier wie im Mozart geht es dem in Freiamt lebenden Kirchenmusiker darum, dass seine Sängerinnen und Sänger auf die Sprache achten – nicht nur, was das Aussprechen bestimmter Buchstaben angeht, sondern noch mehr, was die musikalische Deutung der Sprache und auch ihren Rhythmus betrifft. Am Ende dann das "Ave verum", das alles andere als einfach und harmlos klingt: Der Weg zu zwei spannenden Aufführungen ist nicht mehr weit.
Vorverkauf in Waldkirch: Augustiniok, Bi-Gi’s.
Vorverkauf in Eichstetten: Edeka His, Bäckerei Schadt
Autor: Frank Berno Timm
