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21. März 2009 10:59 Uhr

Proteine und Bewegung

Ernährungsberatung hat Konjunktur

Frühling – das ist die Zeit, in derviele Menschen einen kritischen Blick auf die Waage werfen udn Ernährungsberatung Hochkonjunktur hat. Dazu eine BZ-Umfrage.

  1. Jasmina Klos vor einer bunten Saftparade – das ist im Frühling gefragt. Foto: Frank Berno Timm

KREIS EMMENDINGEN. Die ersten Frühlingslüfte wehen um die Häuser. Dies ist die Jahreszeit, in der besonders viele Menschen beim Blick auf die Waage die Stirn runzeln: Winterspeck hat sich angesammelt. Die BZ hat sich bei Ernährungsberatern und Experten umgehört, wie man das Wohlbefinden durch gesunde Ernährung steigern kann und welche Tendenzen es gibt.

Bei den Ernährungsberatungen stehen besondere Produkte als Zusatz zur Ernährung hoch im Kurs – das geht von Nahrungsergänzungen auf Protein- (also Eiweiß-)Basis bis zu Aloe-Vera-Mitteln. Aber die Experten sind nicht nur Produkthändler, sondern haben auch wertvolle Tipps zu bieten.

Die Emmendingerin Gudrun Scholl ist ärztlich geprüfte Ernährungsberaterin. "So einfach ist das nicht", sagt sie auf Fragen nach einer guten Möglichkeit, überschüssiges Gewicht zu reduzieren. Man müsse auf jeden Menschen individuell eingehen. Sie ermittelt genau, welche Bedürfnisse ihr jeweiliger Kunde hat – proteinhaltige Ernährung, viel Wasser, Bewegung sind ihre Ratschläge in Stichworten. Auch Sportler kommen in ihre Praxis, um sich betreuen zu lassen.

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"Täglich drei Liter trinken – aber kein kaltes Wasser"

Die Malterdingerin Katharina Gottschalt erinnert ebenfalls daran, dass viele Menschen zu wenig trinken und zu wenig Bewegung haben. Drei Liter täglich  – aber kein kaltes Wasser – müssten sein, den üblichen Kaffee oder Tee dürfte man ihrer Meinung nach nicht einrechnen. Deutlich kritisiert die Beraterin die vielfach verbreitete Unsitte, morgens nicht zu frühstücken. Wer gesundheitliche Schwierigkeiten – etwa Migräne – habe, solle nicht immer gleich zu Medikamenten greifen, sondern auch darüber nachdenken, ob es private Probleme, Stress oder Unzufriedenheit gebe, sagt die Malterdingerin. Es helfe schon, den üblichen Tageslauf einmal zu überdenken. Auch hält sie viel davon, die natürlichen Inhaltsstoffe verschiedener Nahrungsmittel gezielt zu nutzen – etwa bei Tomaten- oder Vitaminsaft. Sie warnt aber auch vor zu viel Zucker. Gute Erfahrungen hat die Ernährungsberaterin mit einem Shake aus Sellerie, Knoblauch, Apfel und Tomaten gemacht.

Bernhard Steinhart, der Reformhäuser in Endingen, Emmendingen und Waldkirch betreibt, sieht beim Umgang mit Ernährungsfragen "mehrere Wellen nebeneinander". Die Nachfrage nach Gesundheit sei das "allerhöchste Gut". Dass gesunde Ernährung die Grundlage sei, werde manchmal vergessen. Steinhart sieht bei den Kunden einerseits den Wunsch, so wenig wie möglich selbst zu tun und Ratschläge einzuholen, andererseits aber auch die Rückbesinnung auf Eigeninitiativen. Steinhart berichtet, er habe jetzt einen Tisch mit Keimsaaten aufgestellt, die "Energie pur" seien: "Viele Leute sagen, dass kann ich auch machen." Steinhart glaubt, dass der Wunsch nach gesunder Ernährung zunehmen werde – andererseits stagniere das klassische Biobewusstsein, seit die frühere Ernährungsministerin Renate Künast ein Biosignet eingeführt habe – das habe laut Steinhart zu einer Verwässerung geführt. Der Geschäftsmann findet überdies, "dass Lebensfreude und Genuss zu einem gesunden Leben dazugehören". Und dies gilt natürlich für alle Jahreszeiten.

 

Autor: Frank Berno Timm