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12. April 2011
Forsche Fahrlehrerin, geistreiche Klosterfrau
"i-dipfele" machen im "Fenster" nicht nur Exilschwaben froh.
WEISWEIL. Die "i-dipfele" traten am Samstag im Theaterverein "s Fenster" auf. Sabine Schief und Gesa Schulze-Kahleyß hatten ihr neues Programm "gschtocha scharf" dabei und jede Menge Witz und Pep, alles auf gut schwäbisch.
Das "Fenster" kennt "i-dipfele" – und das Publikum mag sie. Der Heuboden war ausverkauft, und das nicht nur wegen der vielen Exilschwaben, die sich in Südbaden mundartlich mal wieder ganz wie daheim fühlen wollten. Wenn Sabine Schief und Gesa Schulze-Kahleyß als Emma und Berta auftreten, ist Spaß garantiert. Und niemand kann als Wickelkind so ansteckend und überzeugend glucksen wie die Kabarettistin Sabine Schief.
Neben den bekannten Figuren gab’s viel auch Neues. Die Gärtnerin Aurelia mit ihren Geschichten vom Ex, dem "Nutella-Held", die forsche Fahrlehrerin Susi Schleifpunkt mit einem Entschleunigungsseminar und immer wieder Berta und Emma sorgten für Lacher.
Mit den beiden Damen geht es von der tiefen zwischenmenschlichen Verbindung ganz mühelos zu handfesten Erkenntnissen aus Alltag und Politik. "Äpfelbrei passt immer" singen sie und raten zu diesem Kartoffelgericht als hübsche Alternative zu den "Boni" für die Banker. Sie warten mit Wortspielen bei der Interessengemeinschaft verhaltensgestörter Nutzpflanzen auf, outen dabei den Kürbis mit Burnout-Syndrom oder die Melisse, der die Klosterfrau ganz gehörig auf den Geist geht.
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Das Publikum nehmen sie in ihrem Programm stets mit – und dieses folgt mit Vergnügen. Wer kennt sie nicht, die kleinen Schwächen der Mitmenschen und die eigenen Schrullen, die meistens nur nicht so heiter verpackt daher kommen wie bei den "i-dipfele"? Scheitern für Anfänger, pränataler Sprachunterricht, ein munterer Fremdwörter-Dialog, von fehlgeleitet zu richtig gelegen und wieder zurück – das ist um Klassen besser als ein einsamer Abend mit der Apotheker-Umschau, die bei den "i-dipfele" etwas schicker "Rentner-Bravo" genannt wird. Und so haben die beiden Kabarettisten aus dem Schwabenland im badischen Weisweil wieder einmal viel Beifall erhalten und dafür zum Schluss "no oins gsonge": in Zeiten des Internet-Schuhversands eine ganz aktuelle Liebeserklärung an den Schuh.
Autor: Ilona Hüge


