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02. Dezember 2008 16:06 Uhr
Gleisbauarbeiten im nördlichen Breisgau
Experten erneuern derzeit auf der Rheintalstrecke mit kraftstrotzenden Maschinen die Gleise. Die Arbeiten sollen am Donnerstag beendet sein.
KREIS EMMENDINGEN. Dass Fahrgäste im Bahnhof Köndringen unverrichteter Dinge wieder abzogen, weil nicht alle Züge hielten, kam in diesen Tagen schon mal vor. Grund waren Bauarbeiten auf der Rheintalstrecke, denn zwischen Teningen-Köndringen und Riegel wurde das Nord-Süd-Gleis erneuert. Der Zugverkehr war aus diesem Grunde zeitweise eingeschränkt. Rolf-Dieter Jägle ist leitender Bauüberwacher bei der DB Netz AG und war verantwortlich für diese Baustelle auf der viel befahrenen Bahnstrecke.
Beim BZ-Termin am Ortsrand von Riegel hat der Gleis-Umbauzug hat an diesem Morgen sein Ziel schon fast erreicht. Das Prinzip des mehrere hundert Meter langen Monstrums, das sich aus eigener Kraft im Schritttempo über die Gleise bewegt, ist einfach, wie Jägle erläutert: Nachdem die letzten Schrauben an den Schienen gelöst sind, werden die alten Gleise auf die Seite gedrückt, die verbrauchten Schwellen maschinell aufgesammelt und durch neue ersetzt. Ein Arbeiter, der unter dem Zug mitläuft, kontrolliert den korrekten Sitz.
Auf den Schwellen werden sodann die neuen, vorher bereitgelegten Schienen an die richtige Stelle gerückt. Zwei Portalkräne fahren auf dem rollenden Zug hin und her, um die alten und neuen Schwellen zu transportieren. Hinten, also am jeweiligen Ende des Bauabschnitts, steht der Zug schon auf den neuen Gleisen. Die verbrauchten und damit ausrangierten Schienen fährt ein eigener Zug weg.
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Es folgen noch eine ganze Reihe weiterer Arbeiten, erläutert der Bauüberacher der Bhn. Das inzwischen gereinigte Schotterbett, auf dem die Gleise liegen, wird wieder gefüllt und gestopft. Die Schienen sind provisorisch verschraubt, bevor in einer weiteren Sperrpause für den Zugverkehr die Schweißer anrücken.
Auch das Verfahren, das Gleispaar unter Spannung zu setzen, klingt für Laienohren kompliziert. Über die verschraubten Gleise können die Züge erst mal wieder verkehren, wenn auch langsamer als sonst (sonst sind es hier, je nach Zug, schon mal 160 Stundenkilometer. Gleise müssen alle 25 bis 30 Jahre erneuert werden. Die Rheintalbahn mit ihrem Mischverkehr muss als Gesamtlast bis zu 60 000 Tonnen in 24 Stunden schlucken, so Jägle. Allein in dieser Baustelle stecken 5540 Meter neue Schienen, 4615 neue Betonschwellen und rund 4000 Tonnen neuer Schotter. Die Arbeiten kosten gut 1,4 Millionen Euro. Beschäftigt werden rund 30 Leute, fast alles Männer.
ICE, Regionalzüge und Güterverkehr schlängeln sich derzeit auf dem zweiten Gleis an der Baustelle vorbei – immer wieder vom durchdringenden Hupen und Blinken der Rottenwarnanlage angekündigt. Die Blinklichter und Fanfaren sind über die gesamte Baustelle verteilt. Jägle: "Das ist eine zwingend vorgeschriebene Sicherung für unsere Bauarbeiter". Noch bis Donnerstag müssen Bahnkunden mit Behinderungen rechnen.
Autor: Frank Berno Timm


