"Goschehobel" unverwüstlich

IM KREIS HERUM: Lautmalend, wortspielend

Hans-Jürgen Truöl

Von Hans-Jürgen Truöl

Do, 22. März 2012

Kreis Emmendingen

Urban Huber-Wölfle und Eberhard Jäckle sind "Goschehobel". Seit einem Vierteljahrhundert hält das Duo aus Vörstetten und Simonswald erfolgreich die Fahne der alemannischen Folklore hoch. Nun haben die Haudegen eine neue CD veröffentlicht. Sie heißt "Vagabunde" und drückt sehr gut aus, was die die Liedermacher kennzeichnet: Persönliche, nachdenkliche Texte in ihrer Heimetsproch, klingende Gitarren, eingängige Rhythmen – also im besten Sinne zeitgenössische alemannische Volkslieder. Herz-Schmerztümeleien im Polkatakt sind "Goschehobel" so fremd wie beispielsweise Hubert von Goisern die Kastelruther Spatzen.

Urprünglich war "Goschehobel" ein Duo. Bei manchen Konzerten – und auch für diese CD – wirken weitere Musiker mit, so dass ein richtiger Bandsound entsteht. Als Multitasker spielt Oliver Fabro E-Gitarre, E-Bass, Mandoline, Blockflöte und Percussion. Auch als Produzent wirkt er von Bad Säckingen aus. Schlagzeuger Jonathan Freitag, Trompeter Markus Maier und Kontrabassist Thomas Rauscher vervollständigen den Klangkörper.

Die Texte wirken sehnsuchtsvoll, beschreiben das Leben als Reise und die Veränderung als eigentliche Konstante, tauchen in die Natur ein und geben inneren Werten Vorrang vor der Gier nach Besitz. Besonders gelungen: Der Song von den "muulfuule" (maulfaulen) Alemannen. Es zeigt sich, wie gut man mit dem Alemannischen wortspielen und lautmalen kann. Davon können sich die Zuhörer heute im Freiburger Jazzhaus überzeugen – von 20 Uhr an stellt "Goschehobel" dort sein neues Werk vor.

"Goschehobel" wirkt gereift und hat doch die Wurzeln zu seinen musikalischen Anfängen nicht gekappt. Der Dialekt wirkt bei ihnen gar nicht provinziell. Ur- und Neualemannen werden ihre Freude an den nachdenklichen "Vagabunden" haben. "Goschehobel – erfrischender Ausdruck südbadischer Lebensart, Lebensweisheit und Lebensqualität.