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06. März 2009

Honorare für Ärzte

KOMMENTAR: Verantwortung hat ihren Preis

Gesundheit ist ein hohes, wenn nicht sogar das höchste Gut. Wer sie – vorsichtig ausgedrückt – unter marktwirtschaftlichen Bedingungen erhalten will,  hat ein Problem, solange es Leute gibt, die an der – fehlenden – Gesundheit anderer möglichst gut verdienen wollen. Selbst wenn man der Meinung ist, dass der Protest der Ärzte gegen die Honorarordnung ein Jammern auf hohem Niveau ist, kann man den Medizinern, die aus Protest am 11. März ihre Praxen schließen, ein gewisses Verständnis nicht versagen. Nicht nachvollziehbare Abrechnungen, abenteuerlich niedrige Summen für Leistungen, die mit immenser Verantwortung verbunden sind – all’ das macht die Arbeit der Ärzte unkalkulierbar. Sie haben nicht nur Verantwortung für ihre Patienten, sondern meist auch für diverse Mitarbeiter.

Es sieht also alles nach einem kaputtreformierten, desaströs unübersichtlichen, bürokratischen System aus. Über Jahre, so scheint es, haben politische Dilettanten in Berlin am Gesundheitswesen herumgedoktert – letztlich auf Kosten der Patienten, die sich in einem der reichsten Länder der Erde in die Hand von überarbeiteten und durch wirtschaftliche Sorgen abgelenkten Medizinern begeben müssen. Der Einwand, die letzte "Reform" könnte dafür gesorgt haben, dass Ärzte in den neuen Bundesländern endlich mehr verdienen (sie haben meist die gleichen Kosten wie ihre westdeutschen Kollegen), ist für die südbadischen Ärzte letztlich kein Trost.

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Was tun? Der Ruf nach einem kompletten Neuanfang wird im Gewirr aus Lobbyisten leider ungehört verhallen. Im Kern ist der Wunsch, den gewiss jeder Patient im Kreis teilt, einfach: Mein Arzt hat eine Menge für mich getan. Ich bin darauf angewiesen, dass er sich sorgenfrei um mich kümmern kann. Dass die Politik und hier speziell das Berliner Gesundheitsministerium dafür die Voraussetzungen zu schaffen hat, müsste doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.  

Autor: Frank Berno Timm