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16. Februar 2011 15:22 Uhr
Lindners Atempause im Tagebucharchiv
Das Deutsche Tagebucharchiv gehört zu den ehrenamtlich getragenen Einrichtungen, auf die Baden-Württemberg und Deutschland stolz sein könne. Dies sagte FDP-Generalsekretär Christian Lindner am Mittwoch im alten Rathaus am Marktplatz.
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Interessierte (FDP-)Leser im Tagebucharchiv. Links dessen Gründerin Frauke von Troschke Foto: hans-jürgen truöl
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Akribisch werden die eingeganenen Tagebücher dokumentiert. Foto: hans-jürgen truöl
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Frauke von Troschke, Christian Lindner, Ramona Frank und Hanns-Georg von Wolff (von links) im Tagebucharchiv Foto: hans-jürgen truöl
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Gespräch im Bürgersaal des alten Rathauses; von links Bernd Müller-Bütow, Christian Lindner und Christl Gräber Foto: hans-jürgen truöl
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Viel ehrenamtlicher Einsatz ist nnötig, damit die Tagebücher dokumentiert werden Foto: hans-jürgen truöl
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Der FDP-Generalsekretär lobt das Tagebucharchiv. Foto: hans-jürgen truöl
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Christian Lindner, Dieter Ehret und Frauke von Troschke Foto: hans-jürgen truöl
Lindner machte in Emmendingen Station, ehe er nach Freiburg und Bad Krozingen weiterfuhr. Dort besuchte er den früheren Bundespräsidenten Walter Scheel. Im Bürgersaal des alten Rathauses hieß Oberbürgermeister-Stellvertreter Jo Saar (CDU) den FDP-Hoffnungsträger willkommen. Lindner befinde sich jetzt in der "Toscana der Republik", sagte Saar. Der entspannt wirkende FDP-Generalsekretär lächelte und verewigte sich im Goldenen Buch mit den Worten, er danke für die freundliche Aufnahme und die "unpolitische Atempause" im Tagebucharchiv.
Ganz unpolitisch blieb der auf Einladung der Kreis-FDP und seines Landtagskandidaten Hanns-Georg von Wolff zustande gekommene Besuch aber natürlich nicht. Besucher wollten ihn – vergebens – zu Äußerungen über den FDP-Bundesvorsitzenden und Außenminister Guido Westerwelle bewegen, andere waren wegen der FDP-Chancen bei der bevorstehenden Landtagswahl bewegt und besorgt. Lindner, der Politiker aus Nordrhein-Westfalen, blieb eher vage, doch ermunterte seine Parteifreunde zu Sachauseinandersetzungen und Engagement. Zu welchen beeindruckenden Ergebnissen persönliches Engagement führen kann, führte Frauke von Troschke der FDP-Runde in dem von ihr gegründeten Deutschen Tagebucharchiv vor Augen. Dank räumlicher Unterstützung und einem Jahreszuschuss von 8000 Euro der Kreisstadt hat diese "Bürgerinitiative, die persönliche Geschichte dokumentiert" (von Troschke), in den oberen Stockwerken des alten Rathauses inzwischen mehrere Räume zum Dokumentieren und Auswerten von Tagebüchern. Der Fundus ist auf 8500 Tagebücher, Erinnerungen und Briefwechsel von Deutschen aus aller Welt angewachsen, erläuterte Büroleiter Gerhard Seitz. "Es gibt kein Thema, das wir nicht haben", ergänzte Frauke von Troschke. Ständig werde recherchiert, zahlreiche wissenschaftliche Publikationen z. B. über die Weltkriege beruhten auf hier ausgewerteten Tagebüchern. Einen Großteil der finanziellen Last würden die 570 Vereinsmitglieder und die 200 weiteren Förderer tragen. Doch dies sei auf Dauer nicht tragbar, sagte Frauke von Troschke: "Wir brauchen mittelfristig eine institutionelle Sicherheit".
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Lindner nickte zustimmend, ohne spontan eine Lösung für diese finanziellen Engpässe parat zu haben. So musste er sich auf überschwängliches Lob für das ehrenamtliche Engagement im Deutschen Tagebucharchiv konzentrieren. Diese lobenswerte Einrichtung sei ein Beleg dafür, dass Deutschland nicht immer nur in Moll-Tönen zu besingen sei.
Autor: Hans-Jürgen Truöl


