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14. Mai 2009 15:46 Uhr
"Milchpreis ruiniert uns"
200 Milchbäuerinnen demonstrieren vor dem Kanzleramt in Berlin. Sie wollen Kanzlerin Angela Merkel dazu bewegen, einen Krisengipfel wegen des ruinösen Milchpreises einzuberufen. Die Agraringenieurin Silvia Schmidt (42) vom Heidenhof in Teningen gehört zu den Bäuerinnen, die im Schlafsack vor dem Kanzleramt ausharren. Gerda Oswald sprach mit ihr per Handy über die Lage.
BZ: Wie geht es Ihnen?
Schmidt: Es ist in der Nacht bitter kalt. Zuerst durften wir keine Zelte aufstellen, doch inzwischen wird das nachts geduldet. Am Morgen muss alles wieder weggeräumt sein. Die Kanzlerin ignoriert uns und sagt, dass sie sich nicht erpressen lässt. Das Ganze ist schon deprimierend und scheinbar hoffnungslos.
BZ: Was sind ihre Beweggründe für diesen außergewöhnlichen Protest?
Schmidt: Dieser Milchpreis ruiniert uns Milchbauern. Wir können mit diesen Verlusten nicht lange weiter bestehen und stehen mit dem Rücken zur Wand. Wir Bäuerinnen wollen, dass der Milchpreis zur Chefsache erklärt wird und dass auf politischer Ebene eine Änderung herbeigeführt wird. Von den jetzt gegebenen Versprechungen der Landwirtschaftsminister im Bund und Land halten wir nichts, das muss europaweit geregelt werden. Mit Landwirtschaftsministerin Aigner gab es ein kurzes Gespräch, was jedoch nichts brachte. Wir spüren, dass wir Frauen mit unserer Anwesenheitsblockade mehr bewirken als unsere Männer. Die Polizei ist sehr zurückhaltend und die Menschen ringsum helfen uns.
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BZ: Wie weit gehen Sie persönlich mit?
Schmidt: Wer sich nicht wehrt, der hat schon verloren. Ich fühle mich nicht in der Verfassung, um einen Hungerstreik durchzustehen. Doch für drei Tage mache ich trotz der unwirtlichen Umstände bei der Blockade mit. Dann fahre ich wieder nach Hause, denn ich werde in der Familie und auf dem Hof gebraucht. Mein Mann und die Kinder übernehmen jetzt die Melk- und Stallarbeit von 60 Kühen, doch das geht auf Dauer nicht. Ich arbeite morgens und abends zwei Stunden mit und kann nicht länger fehlen.
Autor: go
