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24. Mai 2017

Neue Räume, neue Geräte

Der Umbau der Radiologie am Kreiskrankenhaus Emmendingen ist abgeschlossen / Die Abteilung verfügt nun über ein MRT.

  1. Ulrich Saueressig, Chefarzt der Radiologie (links), zeigt den Gästen die neuen Räume und Geräte. Foto: Jörger

EMMENDINGEN. 5000 Computertomographien (CT), 16 500 Röntgenaufnahmen und 1900 Ultraschalluntersuchungen – diese und andere Untersuchungen wurden im Jahr 2016 in der radiologischen Abteilung des Kreiskrankenhauses Emmendingen vorgenommen. Im Jahr 2017 kommen auch Magnetresonanztomographien (MRT) dazu – ein entsprechendes Gerät wurde nun in Betrieb genommen. Die Anschaffung war Teil des Umbaus der Radiologie. Die neuen Räume und Geräte wurden am Montagnachmittag offiziell eingeweiht.

Rückblick: Im Jahr 2007 hat der Kreistag eine Grundsatzentscheidung zur Modernisierung und Sanierung des Krankenhauses in drei Bauabschnitten getroffen. Mit der Einweihung der neuen Radiologie wurde nun der letzte Bauabschnitt des Maßnahmenpaketes 1 offiziell abgeschlossen. Vor dem Umbau war die radiologische Abteilung auf zwei Etagen untergebracht: Der Computertomograph stand im Erdgeschoss, zu Röntgenaufnahmen, Mammographie und Ultraschalluntersuchungen mussten Patienten ins erste Obergeschoss. "Zweifellos keine optimale Organisation", sagte Hanno Hurth in seiner Rede vor den Gästen, darunter zahlreiche Vertreter aus der Politik. Der Landrat nutzte die Gelegenheit und lud gleich zum Tag der offenen Tür am 7. Oktober 2017 ein, mit dem das 40-jährige Bestehen des Kreiskrankenhauses gefeiert werden soll.

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Hurth erinnerte außerdem an die Ziele des Umbaus: die bauliche Modernisierung der Radiologie, die Zusammenfassung zu einer Funktionseinheit im ersten Obergeschoss und die Anschaffung neuer Geräte. Die Abteilung verfügt nun über einen neuen CT und einen MRT. Letzteres sei "die Krönung der bildgebenden Geräte", erklärte Ulrich Saueressig, Chefarzt der Radiologie. Damit könne man "am variabelsten untersuchen". Zum Einsatz komme das Gerät unter anderem bei Schlaganfallpatienten, in der Orthopädie und bei der onkologischen Diagnostik. Bislang mussten Patienten für derartige Untersuchungen nach Freiburg oder Lahr.

Um im ersten Obergeschoss Platz für die Radiologie zu schaffen, wurde zunächst die Zentralsterilisation ins St.-Josefskrankenhaus Freiburg ausgelagert und das Labor in die dadurch frei gewordenen Räume ausgelagert. Dass die Arbeit nun auf einer Ebene erfolge, sei eine "enorme Verbesserung", lobte Ulrich Saueressig. Er führte die Gäste durch die neuen Räume. Farbenfrohe Bilder der Kölner Künstlerin Bettina Mauel zieren derzeit die Wände.

Die Kosten für den Umbau der Abteilung betragen laut Hanno Hurth insgesamt 3,1 Millionen Euro, die Schlussabrechnung liegt aber noch nicht vor. "Wir hoffen dabei auf eine 50-prozentige Förderung durch das Sozialministerium des Landes", so der Landrat. Zu den Umbaukosten kommen die Anschaffungskosten für den CT (etwa 270 000 Euro) und den MRT (etwa 860 000 Euro). Bei Letzterem schlagen Wartungs- und Stromkosten pro Jahr mit etwa 80 000 und 35 000 Euro zu Buche. Auf acht Jahre gerechnet liegen die Kosten laut Ulrich Saueressig damit bei etwa 900 Euro pro Werktag. Um das zu refinanzieren, müssten beispielsweise zwei Privatpatienten pro Tag behandelt werden – die Einnahmen lägen hier bei etwa 400 bis 800 Euro pro Patient. Durch den Wegfall externer Untersuchungen ergäben sich aber auch Einsparungen.

Für die Zukunft will Ulrich Saueressig unter anderem die Zertifizierung der Abteilung anstreben. Eine Herausforderung seien aber die geringe Größe der Abteilung und die begrenzten Ressourcen. "Der Markt an Medizinisch-Technischen Assistenten ist leer", betonte der Chefarzt. Grund dafür seien auch die Arbeitsbedingungen, die beispielsweise aufgrund von Nachtdiensten für viele nicht attraktiv seien.

Autor: Lena Marie Jörger