Sportlich auf Schusters Rappen

Gerhard Walser

Von Gerhard Walser

Sa, 20. Mai 2017

Kreis Emmendingen

Vier große Ortsgruppen des Schwarzwaldvereins starten ein gemeinsames Angebot für jüngere und junggebliebene Wanderfreunde.

KREIS EMMENDINGEN. Der Schwarzwaldverein gibt sich ein frischeres Image – weg von Karohemd und Filzhut, hin zu neuen Angeboten für verschiedene Interessensgruppen. Im Landkreis haben sich jetzt die vier Ortsgruppen Denzlingen, Emmendingen, Waldkirch und Teningen zusammengetan, um gezielt sportliche Wanderer anzusprechen: Längere Touren mit schnellerem Marschtempo führen zu ausgesuchten Zielen in der Region. Ziel ist auch, jüngere Wanderer zu gewinnen, die im Schwarzwaldverein eine neue Heimat finden könnten.

Grün ist bekanntlich die Hoffnung und in frischem Grün präsentieren sich die Vorsitzenden der vier großen Ortsgruppen beim Pressetermin in der BZ-Redaktion. Die Idee zu der gemeinsamen Aktion entstand laut Klaus Holz aus Denzlingen denn auch mit Blick auf die demografische Entwicklung und die zunehmend ältere Mitgliederstruktur des Schwarzwaldvereins. Jüngere Wanderer zwischen Mitte 40 und Ende 50 auch als Wanderführer zu gewinnen ist erklärtes Ziel der Initiatoren: "Ob es funktioniert, wird man sehen, ein Versuch ist’s jedenfalls wert", so Holz.

Ein Wanderverein dürfe heute nicht mehr alle Mitglieder in einen Topf werfen, glauben die vier Vorsitzenden. Genusswanderer, Familien mit Kindern, Nordic Walker, Gesundheitswanderer, Kultur- und Leistungswanderer – sie alle haben unterschiedliche Interessen, Ansprüche und Erwartungen an den Verein. Will dieser für die Zukunft gewappnet sein, so muss er versuchen, sein Wanderprogramm auf die verschiedenen Interessengruppen abzustimmen.

Synergieeffekte sind da willkommen. "Eine Ortsgruppe alleine könnte das nie leisten", begründet auch Alexander Eigenbrodt die Bereitschaft der Teninger zur Kooperation mit den anderen Ortsgruppen. "Wir müssen als der Schwarzwaldverein, nicht als einzelne Ortsgruppe wirken", unterstützt ihn sein Emmendinger Kollege Wieland Valasek. Und Edwin Dreher erwähnt das Projekt "Schwarzwaldverein 2030" seiner Waldkircher Ortsgruppe, die den "Megatrend Wandern" im Blick hat. Viele private Reiseveranstalter bieten inzwischen Wanderreisen in alle Winkel der Welt an. "Die Nachfrage ist offensichtlich da", weiß Dreher, "die Leute wollen raus in die Natur und tun es auch". Der Schwarzwaldverein könnte mit gezielten Angeboten auch an Nichtmitglieder etwas von diesem Kuchen abbekommen. "Neugierig machen" müsse man dieses Publikum, dann könne man sie langfristig auch als Mitglieder gewinnen. Längst schon wandern auch die hiesigen Schwarzwaldvereine auf Mallorca oder Madeira. Nur bekannt ist das in den seltensten Fällen.

Das soll sich ändern. Neben den Wanderplänen setzen die Ortsgruppen verstärkt auf das Internet, arbeiten wie in Emmendingen mit Geocoachern und Mountainbikern zusammen oder sammeln gezielt Adressen möglicher Interessenten in Datenbanken. Kooperation ist das Gebot der Stunde. "Es muss nicht jeder das Rad neu erfinden, denn die Herausforderungen in den Ortsgruppen sind ähnlich", sagt Dreher. Das sportliche Wandern ist da nur ein Anfang, glaubt Alexander Eigenbrodt, hin zu einem "ortsübergreifenden Angebot".