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06. Juni 2009
"Stolpertakt" mit Wartezeiten
Lücken bei Fahrplanverknüpfung / Knoten Freiburger Bahnhof
FREIBURG/WALDKIRCH. Wer mit dem ÖPNV von Waldkirch über Freiburg nach Breisach fahren will, hat nur bei einem Teil der Züge Anschluss nach Breisach. Breisgau-S-Bahn-Geschäftsführer Hans Gornik bestätigt den Eindruck und meint, das sei auch gar nicht beabsichtigt. Ursachen der Misere ist die knappe Infrastruktur.
"Die Durchbindung ist nicht vorgesehen". Hans Gornik, einer der beiden Geschäftsführer der Breisgau-S-Bahn (BSB), lässt keinen Zweifel: Wer mit den Zügen seines Unternehmens aus dem Elztal über Freiburg nach Breisach fahren will, hat am Freiburger Hauptbahnhof keinen Anschluss. Das sei auch nicht vorgesehen, die BSB leiste Zubringerdienste zum Fernverkehr. Auch ins Höllental oder auf die RE-Züge Offenburg – Basel (SBB) sei kein Anschluss eingeplant. Gornik weiß zwar, dass es unzufriedene Fahrgäste gibt, beruft sich aber auf die enge Belegung der Gleise im Freiburger Hauptbahnhof und den deswegen fehlenden Spielraum.Die Gründe sind nicht einfach zu erklären. Zuständig für den Nahverkehr ist das Land bzw. die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW). Sie, sagt Gornik, optimiere den Fahrplan und die BSB bringe "Vorschläge" ein. Eigentümer des Netzes ist die Deutsche Bahn, die auf ihren Gleisen nicht nur die Züge der Breisgau-S-Bahn verkehren lässt, sondern auch noch den eigenen Fernverkehr sowie zwischen Denzlingen und Freiburg auch Güterzüge fahren lässt.
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Beobachter der Rheintalbahnstrecke wissen, dass dort recht reger Verkehr herrscht. Auch im Freiburger Hauptbahnhof geht es lebhaft zu. Einfacher ist es auf dem Netz der Kaiserstuhlbahn, das die (landeseigene) SWEG betreibt. Dort, sagt Gornik, seien Anschlüsse gewährleistet.
Die NVBW bestätigt die Aussagen Gorniks aber nur teilweise. "Die Bedienungsfrequenz auf den Strecken Freiburg-Waldkirch-Elzach und Freiburg-Breisach lässt eine konsequente Verknüpfung beider Linien nicht zu", teilt NVBW-Sprecher Norbert Kuhnle der BZ mit. Etwa die Hälfte der Züge seien im Freiburger Hauptbahnhof mit kurzen Übergangszeiten verknüpft; bei den anderen Fahrten sei dies "leider nicht möglich".
Kuhnle zufolge lässt die Infrastruktur auf den genannten Strecken nur einen so genannten "Stolpertakt" zu. Zwischen Waldkirch und Freiburg werde daher im Zwanzig- bis Vierzig-Minuten-Abstand, auf der Höllentalbahn im 30-Minuten-Abstand gefahren. Auf der Breisacher Strecke müssten die Züge "entgegen der Lastrichtung" an einigen "Unterwegsstationen durchfahren". Das heißt: Laut NVBW hat ein Zug, der zur Minute 47 aus Elzach in Freiburg ankommt, stündlich einen kurzen Übergang zur Breisacher Bahn, die zur Minute 55 oder 56 abfährt. Waldkircher Züge, die zur Minute 26 in Freiburg ankommen, verpassen den Zug, der wenige Minuten vorher Freiburg verlässt.
Für die Verbindung ins Höllental gilt laut Kuhnle Ähnliches. Waldkircher Züge, die zur Minute 26 Freiburg erreichen, ermöglichen nach seinen Angaben die Weiterfahrt zur Minute 40.
Die Zubringerfunktion aus Norden ins Höllental, erläutert Kuhnle weiter, werde durch die Regionalbahnen Offenburg–Riegel–Denzlingen–Freiburg wahr genommen (Ankunft in Freiburg zur Minute 33, Weiterfahrt zur Minute 40). Da BSB und DB zwischen Denzlingen und Freiburg die gleiche Strecke nützten, "entstehen hier weitere Zwangspunkte in der Fahrplangestaltung". Auch die Anschlüsse zwischen Höllental und Markgräfler Land seien unbefriedigend.
Die Ursachen liegen auf der Hand. Voraussetzungen für Fahrpläne, die allen Kunden gerecht würden, sei eine "abgestimmte Infrastruktur", so Kuhnle. Problematisch ist ihm zufolge nicht nur die hoch ausgelastete Rheintalbahn, sondern auch die Eingleisigkeit der BSB-Strecken mit je einem Kreuzungsbahnhof. Ohne Ausbau sei daher eine Ausweitung des augenblicklichen Angebots nicht "oder nur in sehr geringem Umfang realisierbar".
Autor: Frank Berno Timm
