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19. Juli 2010

Was Aufbruch für junge Menschen bedeuten kann

Performance am Emmendinger Gewerbeschulzentrum behandelt Situationen und Problematiken / Beifall für Emotionen.

  1. Lebensnahe Performance an den GHSE Foto: Dagmar Barber

EMMENDINGEN. Unter Anleitung von Ann Ida Mueller schrieben 24 Schüler ihrer Schreibwerkstatt ein Drehbuch für eine szenische Präsentation und Lesung, die von acht jungen Darstellern mutig nun am Gewerbeschulzentrum GHSE dargestellt wurde. Sogar die Musik stammte von den Schülern und wurde mit Hilfe des Musikpädagogen Werner Englert aufgearbeitet. Viel Applaus gab es für die Akteure, die die Performance auf eine improvisierte Bühne zauberten.

Tobias Keller sinnierte in seiner Rolle über die Bedeutung des Wortes "Aufbruch" nach. Steffi erklärte es ihm: "Einmal im Leben aufbrechen, als Person mit unseren Stärken und Macken angenommen werden und nicht länger das Opfer anderer sein".

Die fröhlich lachenden und tanzenden Akteure spielten, rannen und sangen zu Texten, die auch betroffen machen. Steffi: "Wenn ich an Familie denke, dann fühl’ ich mich geliebt." Tobi: "Ihr lügt". Steffi und Philipp: "Vielen geht es nicht so, manche Menschen verdienen kein Glück" Alle im Chor: "Warum ?"

Die Erwartungen, die die jungen Autoren und Darsteller ans Projekt stellten, waren unterschiedlich: Einige wollten nur schreiben, andere nur Theater spielen. Manche sprangen im Laufe des Projekts ab, einige nutzen somit die Chance zum Einstieg. Bis zum Schluss war es für alle spannend und mit vielen Aufs und Abs. So sprang Ina Irmler kurzfristig couragiert für eine freigewordene Rolle ein.

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Allen voran spielten Steffi Haas und Philipp Zimmermann frech und locker und überzeugten mit ihrem Vortrag zu Themen, die Jugendliche beschäftigen können: Auf die Nerven gehen, erste Liebe, Ende oder Beginn einer Freundschaft, Fernweh oder Schulabbruch.

Regisseur Raimund Schall ließ Stühle als Requisite einsetzen – Synonym von Ratlosigkeit, Unsicherheit oder Frust. "Der Stuhl ist hässlich", "Schule ist ein Dreck" hieß es – doch solche Vorurteile münden in der Erkenntnis: "Richtig wichtig ist sie nur für mich allein".

Ein runder Abschluss, passend zum Unesco-Jahresmotto "Unser Handeln, unsere Zukunft". Den Beifall hat sich das junge Ensemble unter Regie von Raimund Schall verdient.

Autor: Dagmar Barber