Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

29. September 2011

Weinbau als Ausdruck einer Lebenshaltung

Minister Bonde (Grüne) lobt Heimbacher Ökoweingut Gallushof.

  1. Präsentation im Gallushof (von links): Gerda und Norbert Hügle, Alexander Bonde, Johannes Hügle und Alexander Schoch Foto: Hans-Jürgen Truöl

  2. So schmeckt’s badisch Foto: hans-jürgen truöl

  3. Präsentation im Gallushof (von links): Gerda und Norbert Hügle, Alexander Bonde, Johannes Hügle und Alexander Schoch Foto: Hans-Jürgen Truöl

  4. So schmeckt’s badisch Foto: hans-jürgen truöl

TENINGEN-HEIMBACH. "Wenn wir unseren Wohlstand erhalten wollen, müssen wir unsere Wirtschaft anders organisieren": Davon zeigte sich der Minister für den ländlichen Raum, Alexander Bonde (Grüne), bei einem kurzfristig organisierten Besuch auf dem Gallushof überzeugt. Bonde sagte, dass wir nicht länger auf Kosten der nachfolgenden Generationen und der Natur wirtschaften dürften.

Diese Worte fanden in der Runde Beifall. Kein Wunder, denn die den Gallushof betreibende Familie Hügle hat selbst wirtschaftlich schwierige Zeiten erlebt und sich 1991 zur Umstellung auf Bioweinbau entschlossen. Damals war Norbert Hügle am Ruder, der zusammen mit seiner Frau Gerda diesen Schritt wagte. Das Weingut wird nach den Richtlinien des Bundesverbandes ökologischer Weinbau bewirtschaftet, auch ist der Gallushof Mitglied bei Ecovin. Was diese An- und Ausbauweise bedeutet, erklärte Sohn Johannes, der inzwischen den Betrieb leitet: keine synthetischen Spritzmittel, kein Kunstdünger, reduzierter Kupfereinsatz und pilzresistente Rebsorten. Wegen der reinen Handarbeit erfordere der Bioweinbau zehn Prozent mehr Arbeitsaufwand im Vergleich zum konventionellen Anbau, sagte Johannes Hügle. "Diese inneren Werte sind zu schmecken", fügte der selbstbewusste Winzer hinzu, der wie alle seine Berufskollegen weiß, dass es den Kunden letztlich auf Qualität ankomme.

Werbung


Minister Bonde sagte, dass der Bioweinbau sein Nischendasein immer mehr verlasse und inzwischen einen festen Kundenstamm habe. Seinen Worten zufolge werden in Baden-Württemberg jetzt 1300 Hektar Rebfläche von 195 Betrieben ökologisch bewirtschaftet. Wesentliche Hilfestellung dabei würden die staatlichen Weinbauinstitute leisten, sagte der Grünen-Politiker.

Zustande gekommen war der Bonde-Besuch im Gallushof auf Initiative des Waldkircher Grünen-Landtagsabgeordneten Alexander Schoch. Seniorchef Norbert Hügle berichtete von seinen Zeiten als Heimbacher Ortsvorsteher und örtlicher CDU-Vorsitzender. Zumindest in dieser geselligen Runde zeigten sich schwarz-grüne Übereinstimmungen – das Thema Bio entfaltete parteiübergreifende Wirkung. Serviert wurden jahreszeitlich passende badische Spezialitäten: neuer Süßer und Flammenkuchen, Spätburgunder Rotwein und Apfelkuchen. Gerda Hügle war in ihrem Element und brachte aus ihrer Küche wunderbar knusprige Flammenkuchen auf den Tisch.

Autor: Hans-Jürgen Truöl