Bundestagsneuling

Wie erlebt Johannes Fechner seinen ersten Tag im Bundestag?

Patrik Müller

Von Patrik Müller

Di, 22. Oktober 2013 um 17:13 Uhr

Kreis Emmendingen

Der Emmendinger Anwalt Johannes Fechner durfte bei der der konstituierenden Sitzung zum ersten Mal im Berliner Plenarsaal Platz nehmen. Wir haben in einer Sitzungspause mit ihm telefoniert.

BZ: Herr Fechner, wie sitzt es sich im Bundestag? Sind die Stühle bequem?
Fechner: Sehr, doch. Die Sitze sind in schickem Blau und auch für lange Sitzungen bequem.

BZ: Wo saßen Sie? Vorne oder hinten?
Fechner: In der achten von 14 Reihen.

BZ: Kein Hinterbänkler also.
Fechner: Mittelbänkler.

BZ: Haben Sie in Ihrer ersten Sitzung gelesen, gevespert, gestrickt oder im Internet gesurft? Soll ja schon mal vorgekommen sein bei Abgeordneten.
Fechner: Nein, Nein, ich habe ganz gespannt die Sitzung verfolgt und den Augenblick genossen. Ich muss mich ab und zu schon noch zwicken, dass ich Mitglied des Bundestags bin.

BZ: Sie mögen keinen Kaffee, sind eher Colatrinker. Haben Sie den Automaten im Reichstag schon gefunden?
Fechner: Nein, dazu bin ich noch nicht gekommen. Eine der Tücken in meinem neuen Amt ist es aber, dass man bei Besprechungen und bei Empfängen enorm viel zu Essen angeboten bekommt. Ich will versuchen, mein Gewicht zu halten – und werde mich deshalb von Cola erstmal fernhalten.

BZ: Sind Sie schon richtig angekommen? Haben Sie eine Wohnung, ein Büro?
Fechner: Mein Büro habe ich vor einer halben Stunde zugeteilt bekommen. Es liegt im Gebäude direkt gegenüber dem Reichstag, ich werde also kurze Wege haben. Heute Mittag kann ich es beziehen. Eine Wohnung will ich in aller Ruhe suchen. Bis jetzt habe ich im Hotel geschlafen – oder im Nachtzug.

BZ: Wie viel bekommt man als einfacher Neu-Abgeordneter in Sachen Koalitionsverhandlungen mit?
Fechner: Wir werden in jeder Fraktionssitzung von den Top-Verhandlern Sigmar Gabriel und Andrea Nahles über den Stand der Dinge informiert. Außerdem bekommen wir interne Nachrichten per E-Mail. Es läuft alles an. Wie es aussieht, habe ich gute Chancen, in den Rechtsausschuss zu kommen – und den rechtspolitischen Teil der Koalitionsverhandlungen zu begleiten.

Johannes Fechner (40) ist Anwalt. Der Emmendinger ist verheiratet und hat zwei Kinder. Am 22. September wurde er über die SPD-Landesliste in den Bundestags gewählt.


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