Zulage für mehr Gerechtigkeit

Marius Alexander

Von Marius Alexander

Mi, 23. Januar 2019

Kreis Emmendingen

Angleichung im Jobcenter.

EMMENDINGEN (ius). Zulagen in unterschiedlicher Höhe (monatlich 250 oder 400 Euro) bekommen vom 1. Februar an Beschäftigte des Landkreises im mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeinsamen Jobcenter. Betroffen davon sind laut einer Sitzungsvorlage des Landratsamts insgesamt 19 Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter. Mit einer Enthaltung hat der Verwaltungsausschuss am Montag die Zulage abgesegnet.

Wie Hauptamtsleiter Nikolaus Nunn den Ausschussmitgliedern erläuterte, gehe es um eine Angleichung der Entgelte im Sinne von mehr Gerechtigkeit, da die Bezüge der Beschäftigten der Agentur für Arbeit "wesentlich höher" ausfielen. Als "sehr erfreulich" bezeichnete Richard Leibinger (SPD) den Schritt, Fritz Schlotter (FWV) befand eine Differenzierung für zwar gut, erkundigte sich aber zu eventuell weiterhin existierenden Ungleichheiten. Die sind laut Nikolaus Nunn in abgeschwächter Form noch immer vorhanden. In der Entgeltgruppe mit einer Zulage von 250 Euro und der Gehaltsstufe 6 lägen Kreisbedienstete und BA-Mitarbeiter "sehr nahe beieinander", Erstere aber "knapp darunter", in der Stufe 5 jedoch darüber.

Keine Zustimmung kündigte Heinz-Rudolf Hagenacker (CDU) an. Das Bemühen der Kreisverwaltung sei zwar ehrenwert, münde aber grundsätzlich in ein schlechtes Signal, da mit der Gewährung von Zulagen gerade bei der Bindung vorhandener Mitarbeitern wie dem Bemühen, neue zu bekommen, eine "Entsolidarisierung zwischen Kommunen" einhergehe. Wünschenswert seien vielmehr einheitlicher Entgeltsätze statt Zulagen: "Ich halt’s für eine Katastrophe." Matthias Guderjan (FWV) vertrat die Auffassung, dass es im konkreten Fall um Gleichbehandlung gehe. Gleichwohl sei die Konkurrenz (Kita, technischer Bereich) unter den Kommunen riesig. "Das ist das Fatale."