Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

19. Mai 2014

Zwischen Fragen und Sorgen

Vogt (SPD) zur Energiewende.

  1. Dietrich Elchlepp, Ute Vogt und Johannes Fechner (v.l.) im Bürgersaal Foto: Georg Voß

EMMENDINGEN (gkv). "Die Energiewende ist ein heißes Thema", sagt der Emmendinger Bundestagsabgeordneter der SPD Johannes Fechner. "Wyhl kommt mir als Erstes in Sinn, wenn ich hierher komme", bestätigt Ute Vogt, ehemalige Landtagsvorsitzende der SPD in Baden-Württemberg, die auf Einladung von Fechner zu einem Gespräch über die Energiewende nach Emmendingen gekommen war. Nur wenige zeigten daran Interesse, so dass der Bürgersaal im Alten Rathaus etwas überdimensioniert wirkte. Gekommen waren Insider wie Dieter Wörner vom Umweltschutzamt Freiburg und der Windkraftpionier Gerhard Herr aus Freiamt.

Die Energiewende gründet auf den Ausstieg aus der Atomkraft. "Für die SPD stehen dabei Umweltverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit im Vordergrund. Bis 2025 soll der Strombedarf aus erneuerbare Energie 40 bis 45 Prozent betragen. Im Jahr 2035 dann auf 55 bis 60 Prozent", sagt Vogt. Motor der Energiewende war das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG), der jetzt ins Stottern geraten ist. Das neue EEG-Gesetz soll am 1. August 2014 in Kraft treten. Eckpunkte sind die Mengensteuerung mit vorgegeben Quoten und die Direktvermarktung. Durch die Deckelung bei der Mengenbesteuerung befürchtet Dietrich Elchlepp, ehemaliges Mitglied im Europäischen Parlament, dass der Handlungspielraum der Energiegenossenschaften eingeschränkt werde. "Wer zahlt für die Energiewende?" Bei der Direktvermarktung müssen alle Stromproduzenten ihren Strom direkt vermarkten. Ab August betrifft das erst Neuanlagen ab 500 Kilowatt. "Es betrifft nicht die Eigenheimer, sondern eher Landwirte von Genossenschaften", sagt Vogt.

Werbung


Der dritte Eckpunkt ist die Ausschreibung für Photovoltaikanlagen nach 2017. Für Neuanlagen wird es dann keine staatlich festgesetzten Einspeisevergütungen mehr geben. "Die größte Sorge ist, dass sich die Bürgerenergiegenossenschaften bei der Ausschreibung schwer tun", sagt Vogt.

Eine weitere Frage ist der Naturschutz und die Standortfrage von Windkraftanlagen. "Die Standortfrage ist zu einem Glaubenskampf geworden", so Dieter Wörner. Naturschutz, oder gar Schutz für das einzelne Tier steht gegen den Ausbau von Windenergie. Ist sie eine Gefahr für Rotmilane oder Fledermäuse? "Ein Rotmilan fliegt nicht in eine solche Anlage", sagt Herr. Aber die Sorge vor einer "Verspargelung steckt tief", weiß Vogt.

Autor: gkv