180 000 dürfen wählen

Michael Baas

Von Michael Baas

Sa, 24. Mai 2014

Kreis Lörrach

Fast 2500 Wahlhelfer sind im Kreis Lörrach im Einsatz / 237 Wahllokale von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

LÖRRACH (alb). Rund 180 000 Wahlberechtigte können morgen bei den Europa- und den parallel stattfindenden Kommunalwahlen in den 35 Kommunen im Landkreis ihre Stimmen abgeben; darunter sind 4729 Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren; diese dürfen indes nur an der Kommunal-, nicht aber an der Europawahl teilnehmen. Dass das Landratsamt für beide Wahlen dennoch auf die gleiche Zahl an Wahlberechtigten kommt, erklärt Pressesprecherin Junia Folk mit Besonderheiten der Europawahl.

Die 237 Wahllokale zwischen Schwörstadt und Schliengen sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet; anschließend wird als erstes die Europawahl ausgezählt; die als übergeordnete Wahl Priorität hat. Ein vorläufiges Endergebnis auf Kreisebene erwartet das Landratsamt gegen 20.30 Uhr. Viele Gemeinden beginnen unmittelbar nach der Europawahl schon mit der Auszählung der Gemeinderats- und Kreistagswahlen; der Großteil der Ergebnisse wird indes erst am Montag vorliegen. Das Endergebnis der Kreistagswahl schließlich gibt es erst am Dienstag, wenn alle neun Wahlbezirke ausgezählt sind und auf Basis der gleichwertig gemachten Stimmen die Ausgleichssitze ermittelt sind.

Ein schwer zu kalkulierender Faktor ist die Wahlbeteiligung; bei den Wahlgängen 2004 und 2009 lag sie jeweils unter 50 Prozent und das bei zum Teil deutlich weniger Wahlberechtigten; 2004 etwa gab’s im Landkreis erst rund 161 000 Wahlberechtigte. Der Appell, dieses demokratische Grundrecht zu nutzen, steht denn auch im Mittelpunkt der offiziellen Wahlaufrufe. "Im Landkreis und seinen Städten und Gemeinden wird Politik für die Menschen vor Ort gemacht. Diese Entscheidungen haben unmittelbare Auswirkungen auf unser Leben", appelliert etwa Landrätin Marion Dammann an die Wahlberechtigten, ihr Recht zu nutzen. Gerade die Kommunalwahlen böten die Möglichkeit, unmittelbar mitzuentscheiden, in welche Richtung kommunale Entwicklungen gehen werden. Aber auch Europa sei kein "entferntes politisches Konstrukt", sondern habe für die Kommunen längst hohe Bedeutung, nicht zuletzt durch die millionenschweren Fördermittel, die jährlich in den Landkreis flössen. Auch die Kreisverbände von CDU, SPD, Grünen und der FDP werben in einer gemeinsamen Mitteilung für eine hohe Wahlbeteiligung. Denn sowohl die Kommunal- wie auch die Europawahlen nähmen eine wichtige Stellung ein, befinden Armin Schuster (CDU) Joël Girard (Grüne), Michael Hitz (SPD) und Professor Valentin Weislämle (FDP).

Um die Wahl organisatorisch abzuwickeln, sind morgen in den 237 Wahllokalen sowie den zusätzlich 35 Briefwahlbezirken im Übrigen im Kreis fast 2500 Wahlhelfer und Wahlhelferinnen im Einsatz, allein in Lörrach rund 400, in Rheinfelden 270, in Weil 256; für Schopfheim hat das Landratsamt 189 Wahlhelfer ermittelt, auch in Grenzach-Wyhlen (130), Zell im Wiesental (129), Steinen (105) und Efringen-Kirchen (104) sind jeweils mehr als 100 Helfer und Helferinnen im Einsatz. Todtnau setzt 94, Schliengen 66 meist Ehrenamtliche ein. Kleinstgemeinden wie Böllen, Wieden oder Tunau kommen dagegen mit sechs Wahlhelfern aus.

Das Ergebnis der Europawahl im Kreis wird öffentlich im Sitzungssaal des Landratsamts festgestellt und kann dort von 18 Uhr an von Interessierten live vor Ort verfolgt werden.

Ergebnisse von 2009: Bei der Europawahl erreichte die CDU im Kreis: 47,8 Prozent, die SPD 20,6, die Grünen 17 Prozent, die FDP 13,6, Die Linke 2,9 (Wahlbeteiligung: 47,8 Prozent). Bei der Kreistagswahl erreichte die CDU 31,6 Prozent, die SPD 24,1, die Freien Wähler 19,7, die Grünen 13,6, die FDP 7,6 und die Unabhängigen 3,1 Prozent (Wahlbeteiligung: 46,3 Prozent).

Aktuelle Wahlergebnisse und Zwischenstände gibt’s auch im Internet unter: www. badische-zeitung.de