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09. Juli 2010
Beißen sich Organisation und Standort?
Gewerkschaft für Überprüfung.
EFRINGEN-KIRCHEN (alb). Ist das frühere Bundeswehr-Depot in Efringen-Kirchen noch der richtige Standort für die Inspektion Weil der Bundespolizei? Der Personalvertreter der Inspektion und Gewerkschafter Gerhard Medgenberg jedenfalls zweifelt das an und hält die Entscheidung für rückwärtsgewandt. Der in Weil lebende CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schuster dagegen hält sie weiter für vertretbar.
Das frühere Bundespolizeiamt Weil war fraglos ein großer Verlierer der Reform dieser Polizeibehörde (siehe Infobox in nebenstehendem Artikel). Insofern lag es nahe, hier einen Kahlschlag zu vermeiden und mit einer Inspektion eine gewisse Kompensation zu schaffen. Dafür gab es zunächst auch sachliche Gründe. So waren die Kontrollen an den Grenzübergängen zur Schweiz lange ein Schwerpunkt für die Bundespolizei; seit die Schweiz dem Schengen-Raum der EU beigetreten ist und stationäre Personenkontrollen an den Grenzen stark reduziert und durch mobile ersetzt worden sind, hat dies Argument aber an Kraft verloren.Werbung
Dazu kommt, dass der Standort Efringen-Kirchen aus der Sicht des Einsatzgebietes zwar schon immer eine Randlage hatte; diese offenbare in den neuen Strukturen aber zunehmend Defizite, findet Medgenberg. Denn während es in den früheren Inspektionen Freiburg und Waldshut-Tiengen dezentral operierende Führungsstäbe gegeben habe, seien diese Ebenen nun in Efringen-Kirchen konzentriert. Das aber erzeuge hohe Reibungsverluste – zumal eine Großstadt wie Freiburg bei den Einsätzen ziemlich vorne rangiere. Neben dem Operativen führt der Gewerkschafter aber auch Administratives ins Feld: So sei der persönliche Kontakt in wichtige Behörden – vom Regierungspräsidium bis zu Landratsämtern und Rathäusern in Emmendingen oder Freiburg – aufwändiger geworden; deshalb gehöre die Standort-Entscheidung erneut überprüft.
Zwar ist bei der Kritik zu bedenken, dass Medgenberg selbst aus der Führungsebene der früheren Inspektion Freiburg kommt und intern für die Stadt als Standort der "neuen" Inspektion plädierte; das aber "aus Erfahrung und nicht aus persönlichen Motiven", wie er betont. So wohne er zum Beispiel in Schliengen. Der Standort Efringen-Kirchen "beißt sich mit der neuen Organisation", hält er fest. Armin Schuster dagegen hält die Entscheidung nach wie vor für vertretbar. "Gemessen an den Zuständigkeiten ist Efringen-Kirchen so schlecht nicht", findet der CDU-Bundestagsabgeordnete – allerdings dürften diesen als Weiler da nicht weniger lokale Empfindlichkeiten umtreiben wie den "Ex-Freiburger" Medgenberg.
Autor: alb
