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11. Oktober 2013

Bis Ende 2014 fehlen 400 Plätze

In der Asylbewerberunterkunft des Kreises werden neue Container bezogen, trotzdem reicht der Platz vorne und hinten nicht aus.

  1. Schön sind sie nicht die neuen Wohncontainer für Asylbewerber, aber praktisch. Foto: Peter Gerigk

RHEINFELDEN. Die neuen Wohncontainer auf dem Gelände der zentralen Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Rheinfelden können in den kommenden Tagen bezogen werden. Sie bieten zusätzlichen Platz für 96 Menschen. Aber auch das reicht längst nicht aus, denn das Landratsamt rechnet damit, dass zusätzlich zu den vorhandenen 420 Unterbringungsplätzen bis Ende 2014 weitere 400 Plätze benötigt werden. Doch auf dem Gelände an der Rheinfelder Schildgasse ist kein Platz mehr. Darum werden nun Alternativen zu diesem Standort gesucht.

Die Wohncontainer in der Asylbewerberunterkunft stehen und sind eingerichtet, lediglich die Küche muss noch ans Wasser angeschlossen werden, berichtete Petra Mayer, die Leiterin der Gemeinschaftsunterkunft, gestern in einem Pressegespräch. Ausgestattet sind die 32 Zimmer mit Doppelstockbetten, Schränken, einem Tisch und einem Kühlschrank. Zentral gibt es die erwähnte Küche sowie Sanitärräume.

98 zusätzliche Plätze sind so entstanden, doch auch das ändert nichts daran, dass die Unterkunft aus allen Nähten platzt. Bis Ende 2014 wird sich der Bedarf an Unterkünften im Landkreis verdoppeln. Auf dem Areal an der Schildgasse kann nicht mehr erweitert werden, zudem läuft der Vertrag mit der Grundstückseigentümerin, der Firma Energiedienst, 2016 aus. "Ich glaube nicht, dass uns Energiedienst den Stuhl vor die Tür stellt", beschreibt Sozialdezernentin Elke Zimmermann-Fiscella das Verhältnis. Dennoch sei es das erklärte Ziel, innerhalb der kommenden drei Jahre zwei neue Standorte für Asylbewerberunterkünfte im Landkreis zu finden.

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Momentan würden mehrere mögliche Objekte sondiert, darunter ein ehemaliges Hotel. Die Sozialdezernentin zeigt sich dabei "vorsichtig optimistisch". Sie schließt jedoch nicht aus, dass im Extremfall auch Menschen in Turnhallen untergebracht werden müssen. "Wir sind in der Lage in einer Woche aus einer Turnhalle eine Unterkunft zu machen. Allerdings nur als letzte Möglichkeit", sagte Elke Zimmermann-Fiscella.

Damit es nicht so weit kommt, sei der Landkreis für Hinweise auf Grundstücke dankbar, wo mobile Wohneinheiten aufgestellt werden können, oder auf Gebäude, die als Unterkunft geeignet sind. Die Sozialdezernentin appelliert zudem an Vermieter, freie Wohnungen dem Landratsamt zu melden ( 07621/4105142) . Diese würden für Menschen benötigt, die die Unterkunft verlassen. Um Bedenken zu zerstreuen, ist das Landratsamt auch bereit, auf besonderen Wunsch den Mietvertrag zu unterzeichnen.

Miete und Nebenkosten "in angemessenem Rahmen" werden über das Asylbewerberleistungsgesetz gedeckt. Zudem erhalten die Asylbewerber Lebensmittelgutscheine sowie ein Taschengeld. Dieses beträgt beispielsweise bei einem alleinstehenden Erwachsenen 137 Euro im Monat. Thomas Vollbrecht, Sachgebietsleiter für Aufnahme und Integration beim Landratsamt, weiß jedoch auch, dass es manchen sehr schwerfällt, die geschützte Welt der Gemeinschaftsunterkunft mit Ansprechpartnern und Unterstützung zu verlassen und sich in die Selbstständigkeit zu begeben. Diese müssten dann regelrecht überzeugt werden.

Cornelia Rösner, Leiterin des Amts für Familie, Jugend, Senioren und Soziales der Stadt Rheinfelden, machte jedenfalls klar: "Die Stadt steht hinter der Unterkunft. Das Netzwerk ist beispielhaft."

ASYLBEWERBER

Die Einrichtungen des Landkreises bieten Platz für 420 Asylsuchende. Diese kommen größtenteils aus dem Kosovo, aus Tschetschenien, Pakistan, Serbien und Afghanistan. In diesem Jahr wurden bereits 200 Asylbewerber in Rheinfelden aufgenommen. Nach den aktuellen Prognosen der Landesaufnahmestelle in Karlsruhe muss der Kreis Lörrach monatlich mit 45 Neuzugängen rechnen. Bis Ende des kommenden Jahres werden deshalb 400 weitere Plätze benötigt. In Todtnau hat der Kreis die ehemalige Flüchtlingsunterkunft angemietet. Sie soll diesen Monat bezugsfertig werden und 24 Menschen Obdach bieten.  

Autor: mir

Autor: Michael Reich