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07. Oktober 2009

Chancen und Möglichkeiten einer Schule für alle

Der Schopfheimer Schüler Gero Engeser und die Lebenshilfe haben eine Veranstaltungsreihe zum Thema Integration organisiert.

LÖRRACH/SCHOPFHEIM. Eine Schule für alle – das ist eine Vision, von der Deutschland und da besonders Baden-Württemberg sehr, sehr weit entfernt ist. Eine Veranstaltungsreihe im Oktober und November befasst sich mit den Chancen und Grenzen der Integration von Kindern mit Behinderung in das Schulsystem. Dafür kam es zu einer außergewöhnlichen Kooperation. Für zwei der Veranstaltungen zeichnet die Lebenshilfe verantwortlich; die anderen drei organisiert der Schopfheimer Waldorfschüler Gero Engeser, der seine Zwölftklassarbeit dem Thema Integration widmet. Seine Jahresarbeit trägt den Titel "Enthinderung – Inklusion von Kindern mit Behinderung". Organisation und Durchführung der Abende sind der praktische Teil dieser Arbeit. Eine Unterstützung erhält der Schüler vom Verein "Außer der Norm".

Die Reihe beginnt am Mittwoch, 21. Oktober, um 19 Uhr mit einem Abend im Schopfheimer Café Trefzger. Johannes Diez, Lehrer an der Integrativen Waldorfschule Emmendingen, berichtet von Erfahrungen, die die Schule beim Unterricht mit Kindern mit Behinderung macht. Die Emmendinger Waldorfschule hatte gerichtlich erstritten, diese Kinder aufnehmen zu dürfen. Am Freitag, 30. Oktober, um 19.30 Uhr folgt im Kulturzentrum Nellie Nashorn ein Vortrag des Pädagogen Roland Astl. Er leitet die Sonderpädagogische Beratungsstelle in Reutte/Tirol, die die schulische Integration begleitet. In der Region besuchen alle Kinder ohne Ausnahme ihre Wohnortschule und erhalten die entsprechende Unterstützung. Die dritte Veranstaltung, für die Gero Engeser verantwortlich zeichnet, befasst sich mit der UN-Behindertenrechtskonvention vom Frühjahr 2009 und ihrer Umsetzung. Darin verpflichten sich die unterzeichnenden Staaten, dafür zu sorgen, dass Menschen mit Behinderung gleichberechtigt leben können und Zugang zu hochwertigem inte-grativem Unterricht erhalten. Renate Rastätter, Landtagsabgeordnete der Grünen, wird am Mittwoch, 18. November, um 19.30 Uhr im Nellie Nashorn die Konvention erläutern.

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Die Lebenshilfe hat für Donnerstag, 5. November um 17 Uhr im Lörracher "Glashaus" eine Veranstaltung mit dem Titel "Eine Schule für alle ist möglich" organisiert. Die Integrative Waldorfschule Emmendingen stellt ihr Konzept und ihre Erfahrungen vor. Am Donnerstag, 19. November, schließlich ist um 17 Uhr im Glashaus Schulamtsleiter Helmut Rüdlin zu Gast. Er spricht unter der Überschrift "Eine Schule für alle?" Über die Möglichkeiten für eine Integration von behinderten Schülerinnen und Schülern in den allgemeinbildenden Schulen im Landkreis.

Bemühungen, die Regelschule für Menschen mit Behinderungen zu öffnen und dafür einen grundsätzlichen Wandel des Systems zu fordern, sei eine Provokation in Zeiten, da alles Richtung Leistung dränge, sagen Gero Engeser und Helmut Ressel, der die Lebenshilfe leitet. Doch diese Provokation könne Bewegung bringen und fruchtbar werden für alle – für Menschen mit und ohne Behinderung.

Autor: Sabine Ehrentreich